Markteinführung für Olaparib, Secukinumab und Vasopressin

Olaparib (Lynparza von Astra-Zeneca), Secukinumab (Cosentyx von Novartis Pharma) und Vasopressin (Empressin von Amomed Pharma) erweitern die Therapieoptionen bei Ovarialkarzinom, Plaque-Psoriasis und katecholaminrefraktärer Hypotonie bei septischem Schock.

Apotheker recherchiert Online

Olaparib

Olaparib ist der erste zugelassene und zielgerichtete Wirkstoff aus der Gruppe der Poly-ADP-Ribose-Polymerase-Hemmer (PARP-Inhibitoren). Die Poly-ADP-Ribose-Polymerase ist ein Enzym, das zur Reparatur von DNA-Einzelstrangbrüchen benötigt wird. Ovarialkarzinome treten häufig als Folge von DNA-Reparatur-Enzym-Ausfällen auf. BRCA1- und BRCA2-Mutationen sind dabei die bekanntesten Vertreter. Ovarialkarzinome sind in ihrem Wachstum auf eine Reststabilität ihres Erbmaterials angewiesen. Sonst würden die Tumorzellen absterben. Genau das ist der Angriffspunkt von Olaparib. Der Wirkstoff blockiert das PARP-Enzym, das für die Reparatur der DNA verantwortlich ist. In Folge wird der programmierte Zelltod (Apoptose) eingeleitet.

Gynäkologen sprechen bei dem Wirkstoff Olaparib bereits von einem Paradigmenwechsel in der Behandlung des Ovarialkarzinoms.

Olaparib als Monotherapie

Olaparib wird als Monotherapie für die Erhaltungstherapie bei erwachsenen Frauen mit Platin-sensitivem Rezidiv eines BRCA-mutierten Ovarial-, Tuben- oder Peritoneal-Karzinoms verabreicht. Laut Astra-Zeneca beträgt die Dosierung zweimal täglich 400 mg Olaparib (je acht Hartkapseln Lynparza 50 mg). Vor Therapiebeginn sollte der Nachweis über eine BRCA-Mutation vorliegen.

Secukinumab

Secukinumab wird als Interleukin (IL)-17A-Inhibitor bei Erwachsenen zur systemischen Therapie bei mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis eingesetzt. Damit ist es neben Etanercept, Adalimumab, Infliximab und Ustekinumab das erste Biologikum, das zur Erstlinientherapie zugelassen wurde. Der monoklonale Antikörper bindet selektiv an Interleukin-17A, inaktiviert das Zytokin und wirkt so entzündungshemmend und immunmodulierend.

Secukinumab als Injektion

Secukinumab wird als subkutane Injektion verabreicht und ist im Fertigpen bzw. einer Fertigspritze erhältlich. Die empfohlene Dosis beträgt 300 mg, die als zwei separate Injektionen zu je 150 mg Secukinumab injiziert werden. Die ersten 5 Dosen werden in einem Abstand von jeweils einer Woche verabreicht. Anschließend reicht eine Dosis von 300 mg einmal pro Monat aus. Die Therapie können die Patienten nach einer Schulung also meist selbstständig zu Hause fortführen.

Vasopressin

Das Vasopressin-haltige Medikament Empressin wird zur Behandlung von Erwachsenen mit katecholaminrefraktärer Hypotonie bei septischen Schockzuständen eingesetzt. Katecholaminrefraktär bedeutet, dass sich der mittlere arterielle Blutdruck trotz adäquater Volumengabe und Einsatz von Katecholaminen nicht auf Werte von 65 bis 75 mmHg stabilisieren lässt. Die vasokonstriktorische und damit blutdrucksteigernde Wirkung von Vasopressin resultiert aus der Stimulierung von V1a-Rezeptoren. Vasopressin ist auch unter den Namen Adiuretin, Argipressin oder antidiuretisches Hormon (ADH) bekannt.

Vasopressin-Behandlung einschleichend beginnen

Die Therapie mit Vasopressin sollte einschleichend begonnen werden. Der Hersteller empfiehlt zunächst eine kontinuierliche Gabe von 0,01 I.E. Vasopressin pro Minute über eine Perfusorenspritze. Je nach klinischem Ansprechen der Patienten kann die Dosis auf 0,03 I.E. pro Minute gesteigert werden. Dosen über 0,03 I.E. pro Minute führen unter Umständen zu enteralen und dermalen Nekrosen und sollten ausschließlich als Notfalltherapie eingesetzt werden.

Autor: Ellen Reifferscheid (Apothekerin)

Stand: 14.08.2015

Quelle:

Europäische Kommission

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