G-BA attestiert Zusatznutzen von Mepolizumab bei Asthma

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat einen Beschluss zur Nutzenbewertung von Mepolizumab bei Asthma gefasst.

Frau mit Asthmaspray

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat einen Beschluss zur Nutzenbewertung von Mepolizumab (Nucala von GlaxoSmithKline) bei Asthma gefasst. Dabei bescheinigt er dem monoklonalen Antikörper für bestimmte Patientengruppen einen geringen Zusatznutzen im Vergleich mit einer zweckmäßigen Vergleichstherapie. Das Ergebnis unterscheidet sich von der Empfehlung des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen. Nach Einschätzung des IQWiG im Mai 2016 ist bei Mepolizumab in der Asthmatherapie kein zusätzlicher Nutzen feststellbar.

Mepolizumab senkt Corticosteroid-Verbauch

Der relativ neue Asthma-Antikörper Mepolizumab ist bereits seit Februar 2016 in Deutschland als Zusatzbehandlung von schwerem refraktärem eosinophilem Asthma bei erwachsenen Patienten zugelassen. Der G-BA nahm den Wirkstoff genauer unter die Lupe. Dafür differenzierte er in der Asthmabehandlung zwei Patientengruppen:

  1. Patienten, die dauerhaft orale Corticosteroide (OCS) einnehmen müssen
  2. Patienten, die nur zeitweise einen OCS-Bedarf haben.

Der G-BA sieht bei den Asthmatikern, die dauerhaft Corticosteroide benötigen, einen Vorteil. Mit Mepolizumab könne der Bedarf an OCS gesenkt werden. Bei Patienten, die nur einen sporadischen Bedarf an Corticoidpräparaten haben, sieht der G-BA hingegen kein Zusatznutzen.

Wirkweise von Mepolizumab

Mepolizumab ist ein humanisierter monoklonaler Antikörper, der mit hoher Affinität und Spezifität an humanes Interleukin 5 (IL-5) bindet. IL-5 ist das wichtigste Zytokin, das Eosinophile für Wachstum, Differenzierung, Rekrutierung, Aktivierung und Überleben benötigen. Der monoklonale Antikörper verhindert die Bindung von IL-5 an die Alpha-Kette des IL-5-Rezeptorkomplexes auf der Zelloberfläche von Eosinophilen. Infolge wird die Bioaktivität von IL-5 gehemmt. Zugleich wird die IL-5-Signaltransduktion inhibiert und die Bildung sowie das Überleben der Eosinophilen vermindert.

Dosierung

Mepolizumab  wird als Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung angeboten. Die empfohlene Dosierung beträgt 100 mg Mepolizumab subcutan alle vier Wochen. Die Injektion kann in den Oberarm, Oberschenkel oder die Bauchdecke erfolgen. Das Medikament ist für die Langzeitanwendung vorgesehen. Ob eine Fortsetzung der Behandlung notwendig ist, sollte jährlich überprüft werden. Ausschlaggebend dafür sind der Schweregrad der Erkrankung und das Ausmaß an Exazerbationen.

Autor: Dr. Christian Kretschmer (Arzt)

Stand: 05.08.2016

Quelle:

Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA)

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