Impfung Baby
  • Pneumokokken-Impfung für Säuglinge und Kleinkinder
  • Impfung gegen Gelbfieber
  • Meningokokken-B-Impfung
  • passiven Immunisierung gegen Varizellen.


Pneumokokken-Impfung nur noch drei Mal

Reif geborene Neugeborene sollen die Pneumokokken-Impfung nach aktuellen Empfehlungen der STIKO in Zukunft nur noch 3 statt wie bisher 4 Mal erhalten. Die Impfdosis sollte jeweils im Alter von 2 Monaten, 4 Monaten und 11 bis 14 Monaten (sogenanntes 2+1 Impfschema) verabreicht werden. Dabei sei die Altersempfehlung – laut STIKO – unbedingt einzuhalten. Zwischen der 1. und 2. Dosis muss ein Abstand von 2 Monaten und zwischen der 2. und 3. Impfung ein Mindestabstand von 6 Monaten bestehen.

Frühgeborene erhalten den Pneumokokken-Konjugatimpfstoff wie bisher in 4 Dosen. Die zusätzliche Impfung wird im 3. Lebensmonat verabreicht (sogenanntes 3+1 Impfschema).

Gelbfieber-Schutz durch einmalige Impfung

Nach den internationalen Gesundheitsvorschriften (IGV) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) reicht eine einmalige Gelbfieber-Impfung für einen lebenslangen Schutz vor dieser Infektionserkrankung. Auch die STIKO schließt sich dieser Bewertung an. Nach neuesten Empfehlungen genüge künftig eine einmalige Gelbfieber-Impfung vor Reisen in entsprechende Endemiegebiete.

Die Umsetzung dieser neuen internationalen Empfehlung kann je nach betroffener Region noch bis Juli 2016 dauern. Welche Staaten aktuell noch den Nachweis einer Auffrischimpfung (wenn die Gelbfieberimpfung länger als 10 Jahre her ist) als Einreisevoraussetzung verlangen, kann bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO) eingesehen werden (http://www.who.int/ith/2015-ith-annex1.pdf?ua=1).

Auffrischimpfung nur noch für spezielle Personengruppen

Von einer Auffrischimpfung könnten laut STIKO eventuell folgende Personengruppen profitieren:

  • Kinder, die im Alter unter 2 Jahren erstmalig geimpft wurden
  • Frauen, die in der Schwangerschaft geimpft wurden
  • HIV-Infizierte
  • Personen, die gleichzeitig zur Gelbfieber-Impfung eine MMR-Impfung erhielten.

Bei diesen Personen kann die Immunantwort abgeschwächt sein. Deshalb bestehe möglicherweise kein lebenslanger Schutz nach einer einmaligen Gelbfieber-Impfung.


Meningokokken-B-Impfung für immundefiziente Personen empfohlen

Der seit 2013 in Deutschland erhältliche Meningokokken-B-Impfstoff Bexsero wird laut aktuellen Empfehlungen der STIKO für immundefiziente Personen empfohlen. Dennoch muss die Entscheidung für oder gegen eine Impfung individuell getroffen werden. Dabei sei das Risiko einer invasiven Infektion mit B-Meningokokken je nach Grund und Ausmaß der Immunsuppression zu berücksichtigen.

Für eine generelle Impfempfehlung des Meningokokken-B-Impfstoffes reichen die vorliegenden Studienergebnisse und die daraus resultierende Evidenz gegenwärtig aber noch nicht aus.


Varizella-Zoster-Immunglobuline für Frühgeborene und postexpositionell

Nach aktuellen Empfehlungen der STIKO wird die Gabe von Varizella-Zoster-Immunglobulinen (VZIG) künftig auch für Frühgeborene empfohlen. Weiterhin sei eine postexpositionelle Gabe nach Erregerkontakt zu empfehlen. Diese sollte jedoch möglichst früh innerhalb von 3 Tagen und maximal bis zu 10 Tagen nach Exposition erfolgen. Nach Auswertungen der STIKO kann so der Ausbruch einer Erkrankung verhindert oder deutlich abgeschwächt werden. Exposition bedeute in diesem Zusammenhang:

  • 1 Stunde oder länger mit infektiösen Personen in einem Zimmer
  • face-to-face-Kontakt
  • Kontakt im gleichen Haushalt.

Die postexpositionelle Gabe der VZIG sei laut STIKO auch ggf. zusammen mit einer antiviralen Chemotherapie möglich.

Originaldatei: http://www.bmg.bund.de/fileadmin/dateien/Downloads/E/Epidemiologisches_Bulletin/150824_EB_34_15.pdf

Autor: Dr. Christian Kretschmer (Arzt)

Stand: 26.08.2015

Quelle:

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)