Neueinführung Trevicta

Ein neues Langzeit-Depot-Arzneimittel zur Behandlung der Schizophrenie wurde im Juni 2016 eingeführt. Es verbessert möglicherweise das Ergebnis für Patienten, pflegende Personen und Fachkräfte im Gesundheitswesen.

Schizophren

Das Präparat Trevicta enthält den Wirkstoff Paliperidon und wurde von der Firma Janssen-Cilag auf den Markt gebracht. Es ergänzt die Reihe der Paliperidon-Präparate, zu der neben einer oralen Retardformulierung auch schon eine Ein-Monats-Injektion gehört.

Anwendung von Trevicta

Trevicta ist eine 3-Monatsinjektion, die zur Erhaltungstherapie der Schizophrenie bei Erwachsenen angewendet wird. Voraussetzung: Die Patienten erhalten seit mindestens 4 Monaten die Ein-Monatsformulierung und benötigen keine Dosisanpassung. Laut Aussage des Herstellers soll es Trevicta ermöglichen, einen optimalen Wirkspiegel im Blut der Patienten mit 4 Gaben pro Jahr aufrechtzuerhalten.

Trevicta ist nur zur intramuskulären Anwendung bestimmt. Die Verabreichung darf nur von medizinischem Fachpersonal vorgenommen werden. Das Arzneimittel wird in den Delta- oder Glutealmuskel injiziert. Der Hersteller weist darauf hin, dass die Fertigspritze mit der Spitze nach oben mindestens 15 Sekunden lang kräftig geschüttelt werden muss. Anschließend ist das Präparat innerhalb von 5 Minuten nach dem Schütteln anzuwenden.

Wirkstoff von Trevicta: Paliperidon

Paliperidon zählt zur Klasse der atypischen Neuroleptika, kurz Atypika genannt. Atypische Neuroleptika werden zur Behandlung von Schizophrenie und anderen Psychosen verwendet. Paliperidon ist der aktive Metabolit von Risperidon. Risperidon selber wird auch im Körper zu Paliperidon (9-Hydroxyrisperidon) umgewandelt, das pharmakologisch wirksam ist. Paliperidon bindet stark an 5-HT2- und dopaminerge D2-Rezeptoren. Darüber hinaus blockiert er auch alpha1-adrenerge und in geringem Ausmaß H1-histaminerge sowie alpha2-adrenerge Rezeptoren.

Vorhandene Wirkstärken

PDF öffnentrevicta-fachinfo-juni-2016

Autor: Ellen Reifferscheid (Apothekerin)

Stand: 04.07.2016

Quelle:

European Medicines Agency (EMA)

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