Neueinführung Zinbryta

Zinbryta ist ein Arzneimittel zur Behandlung von Erwachsenen mit schubförmiger Multipler Sklerose. Der Wirkstoff von Zinbryta, Daclizumab, ist ein monoklonaler Antikörper, der an T-Zellen bindet.

Nervenzellen

Zum 1. August 2016 hat der Hersteller Biogen das Arzneimittel Zinbryta mit dem Wirkstoff Daclizumab im Markt eingeführt.

Wie wirkt Zinbryta?

Bei der Multiplen Sklerose greift das Immunsystem des Körpers die Schutzhülle der Nervenzellen des zentralen Nervensystems an und schädigt diese. Es handelt sich dabei um die Nervenzellen in Gehirn und Rückenmark. Bei der schubweisen Multiplen Sklerose erleidet der Patient immer wieder Schübe in denen die Symptome auftreten. Daclizumab, der Wirkstoff von Zinbryta, ist ein monoklonaler Antikörper, der an T-Zellen bindet. Die T-Zellen sind ein Teil des Immunsystems. Sie werden durch Interleukin-2- aktiviert. Interleukin -2 ist ein körpereigenes Signalprotein. Dadurch dass Daclizumab an die T-Zellen bindet, wird das Interleukin-2 blockiert. Die Nervenzellen werden nicht angegriffen und geschädigt.

Wie wird Zinbryta verabreicht?

Zinbryta ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel. Der Patient erhält einmal monatlich eine Dosis von 150mg Daclizumab. Sie wird unter die Haut injiziert. Der Patient soll geschult werden, um die Injektion eigenständig durchzuführen. Nähere Informationen sind in der Packungsbeilage enthalten.  Zinbryta ist in 2 Packungsgrößen erhältlich:

  • 1 Fertigspritze mit 150mg Daclizumab
  • 3 Fertigspritzen mit jeweils 150mg Daclizumab (Drei-Monats-Packung)

Studienlage zu Zinbryta

Die Wirksamkeit von Zinbryta wurde in 2 großen Studien mit mehr als 2.400 Patienten geprüft. In der einen Studie konnte gezeigt werden, dass mit einer Gabe von 150mg/alle vier Wochen eine Reduktion der Schübe auf durchschnittlich 0,21 Schübe/Jahr im Vergleich zu 0,46 Schübe/Jahr beim Placebo erreicht wurde. An dieser Studie nahmen 600 Patienten teil.
In der zweiten Studie wurde die Wirksamkeit im Vergleich zu Interferon beta-1a getestet. Bei 1.841 Patienten traten dabei unter Zinbryta-Therapie durchschnittlich 0,22 Schübe/Jahr auf. Unter Interferon beta- 1a waren es 0,39 Schübe/Jahr. In einer anderen Studie unter Beteiligung von 1 841 Patienten erlitten Patienten, die Zinbryta 150 mg alle 4 Wochen erhielten, durchschnittlich 0,22 Schübe im Verlauf eines Jahres, im Vergleich zu 0,39 Schüben bei den Patienten, die Interferon beta-1a, ein anderes Arzneimittel zur Behandlung von Multipler Sklerose, erhielten.

Nebenwirkungen von Zinbryta?

Zinbryta weist einige Sehr häufige schwere Nebenwirkungen auf:

  • Leberschädigung
  • schwere Hautreaktionen

Daneben gibt es auch noch weitere sehr häufige Nebenwirkungen

  • Hautausschlag
  • erhöhte Leberenzyme im Blut
  • Depression
  • entzündete und wunde Nase
  • entzündeter und wunder Rachen
  • Influenza (Grippe)
  • Infektion der oberen Atemwege, wie etwa Erkältungen
  • Lymphadenopathie (geschwollene Drüsen)

Alle Nebenwirkungen sind der Packungsbeilage zu entnehmen.

Besondere Vorsichtsmaßnahmen bei Zinbryta

Als neues Arzneimittel unterliegt Zinbryta der besonderen Überwachung. Deshalb wurden Empfehlungen und Vorsichtsmaßnahmen zur sicheren und wirksamen Anwendung von Zinbryta auch in die Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels und die Packungsbeilage aufgenommen.


Datum: 03.08.2016

Autor: Ellen Reifferscheid (Apothekerin)

Quelle: European Medicines Agency (EMA)