Neuer Test für Darmkrebs-Screening

Der bisherige Guajakharz-basierte Stuhl-Test (gFOBT) soll von Oktober an von quantitativ immunologischen fäkalen Okkultbluttests (iFOBT) abgelöst werden. Das hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) bekannt gegeben.

Vorsorgeuntersuchung

Der bisherige Guajakharz-basierte Stuhl-Test (gFOBT) soll von Oktober an von quantitativ immunologischen fäkalen Okkultbluttests (iFOBT) abgelöst werden. Das hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) bekannt gegeben. Mit dem neuartigen sensitiven Testverfahren soll okkultes Blut im Stuhl als Hinweis auf kolorektale Karzinome und deren Vorstufen früher und zuverlässiger erkannt werden. Bis Ende des Jahres will der G-BA festlegen, welche Ärzte die Testverfahren anwenden und wie die Testergebnisse ausgewertet und dokumentiert werden sollen. Außerdem erarbeitet das Institut für Wirtschaftlichkeit und Qualität im Gesundheitswesen (IQWiG) bis Ende des Jahres einen Aufklärungs- und Informationsbogen für gesetzlich Versicherte, in dem die Anwender über Nutzen und Risiken des Screening-Verfahrens informiert werden.

iFOBT-basiertes Screening ab Oktober 2016 Standard

Der neuartige iFOBT-basierte Test ist ein einfach zu handhabender, nicht-invasiver Test, der dem bisherigen Guajak-basierten Hämocult-Stuhltest überlegen ist. Bislang gehört er jedoch nicht zur Regelversorgung und wird so auch nicht von den Gesetzlichen Krankenversicherungen übernommen. Das soll sich zum 1. Oktober 2016 ändern. Noch fehlt die formale Zustimmung des Bundesministeriums für Gesundheit. Es wird jedoch mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen, dass das dem Beschluss des G-BA ohne Beanstandung stattgeben wird. Mitarbeiter des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg zeigten bereits 2013 in einer Studie, dass immunologische Testverfahren nahezu doppelt so viele Kolorektalkarzinome und etwa dreimal so viele fortgeschrittene Karzinom-Vorstufen aufdecken wie der Guajak-Test.

iFOBT-Test weniger störanfällig

Das iFOBT-basierte Screening-Verfahren ist zwar teurer, reagiert aber auch wesentlich sensibler und spezifischer als der Guajak-basierte Stuhl-Test. So genügt bei dem immunologischen Stuhlblut-Test bereits eine einmalige Stuhlprobe. Mithilfe spezifischer Antikörper weist der iFOBT ausschließlich humanes Hämoglobin oder den stabileren humanen Hämoglobin-Haptoglobin-Komplex nach. Sie sind also deutlich weniger störanfällig als der herkömmliche Guajakharz-Test. Dieser reagierte bekanntermaßen auf Hämoglobin allgemein. Zudem kam es durch einige Chemikalien oder Lebensmittel wie Peroxidase-haltiges Gemüse (z.B. Tomaten, Blumenkohl, Brokkoli, Rettich), Zitrusfrüchte (Ascorbinsäure) und rotes Fleisch (Myoglobin) zu falsch positiven Ergebnissen.

Früherkennung und Darmkrebsvorsorge

Testverfahren zur Früherkennung von kolorektalen Karzinomen können alle gesetzlich Versicherten ab 50 Jahren jährlich in Anspruch nehmen. Ab 55 Jahren besteht zudem der Anspruch auf eine Koloskopie, die nach zehn Jahren wiederholt werden kann. Die Barmer GEK nimmt den iFOBT einer Pressekonferenz zufolge als erste gesetzliche Krankenkasse für ihre bayerischen Versicherten in ihren Leistungskatalog auf. Für alle anderen gesetzlich Versicherten ist der iFOBT bislang allerdings weiter nur ein IGeL-Angebot (GOÄ-Ziffer 3747).

Originaldateien:

https://www.g-ba.de/institution/presse/pressemitteilungen/616/

http://www.bmg.bund.de/fileadmin/dateien/Downloads/N/Nationaler_Krebsplan/Ziel_2b_Weiterentwicklung_der_Darmkrebsfrueherkennung.pdf

https://presse.barmer-gek.de/barmer/web/Portale/Presseportal/Subportal/Laender/Einstieg-Bayern/Pressemitteilungen-Archiv/Archiv-2014/140227-Darmkrebspr_C3_A4vention-IFOBT/Darmkrebspr_C3_A4vention_20Bayern.html

Autor: Dr. Christian Kretschmer (Arzt)

Stand: 02.05.2016

Quelle:

Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA)

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