Agranulozytose mit neutropenem Fieber unter Nivolumab

Eine 62-jährige Patientin mit metastasiertem nichtkleinzelligen Bronchialkarzinom entwickelte 20 Tage nach einer einmaligen Nivolumabgabe eine Agranulozytose mit neutropenem Fieber.

Aerztin Medikament

Über diesen Fall informiert die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) in der Rubrik "aus der UAW-Datenbank".

Im konkreten Fall der 62jährigen Patientin war zunächst innerhalb von 20 Tagen nach Nivolumab-Gabe ein Abfall der Leukozyten und nach weiteren 14 Tagen eine schwere Leukopenie mit Agranulozytose festgestellt worden. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Patientin hohes Fieber und eine viral bedingte Mundfäule (Stomatitis aphthosa). Die Patientin musste stationär aufgenommen werden. Es erfolgte eine antibiotische und antivirale Therapie sowie eine über 2-wöchige Gabe von Filgrastim. Da der Verdacht einer schweren immunvermittelten Nebenwirkung von Nivolumab bestand, wurde zusätzlich Prednisolon verabreicht, bis sich die Leukozytenzahl nach mehr als 14 Tagen normalisierte.Nach vier Wochen stationärer Behandlung konnte die Patientin wieder in den ambulanten Bereich entlassen werden.

Die Bewertung des Falls ergab, dass Nivolumab eine Agranulozytose auslösen kann.

Hinweis für Apotheken

Apotheken werden von der Arzneimittelkommission der deutschen Apotheker gebeten bei Patienten mit Fieber, Halsschmerzen und Entzündungen der Mundschleimhaut unter Berücksichtigung ihrer Medikation eine Agranulozytose in Betracht zu ziehen und die Patienten entsprechend zu beraten.

Autor: Ellen Reifferscheid (Apothekerin)

Stand: 21.06.2017

Quelle:

Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ), Arzneimittelkommission der deutschen Apotheker (AMK)

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