Mögliches Risiko von fehlerhafter Dosierung bei neuen Stärken von Noradrenalin

Noradrenalin ist in neuen Wirkstärken auf dem Markt erhältlich. Der Hersteller informiert über das Risiko einer fehlerhaften Dosierung aufgrund der geänderten Konzentration.

Infobrief

Der Hersteller Aguettant Deutschland GmbH hat erste Chargen von Noradrenalin (Norepinephrin) in einer 50 ml-Durchstechfalsche auf den Markt gebracht. Diese Durchstechflaschen dürfen nicht verdünnt werden und sind in zwei neuen gebrauchsfertigen Stärken verfügbar:

  • Noradrenalin Aguettant (Norepinephrin) 0,08 mg/ml, Infusionslösung
  • Noradrenalin Aguettant (Norepinephrin) 0,25 mg/ml, Infusionslösung

Indikation der neuen Wirkstärken

Die beiden neuen Infusionslösungen sind zur fortlaufenden Behandlung von Notfällen mit zu niedrigem Blutdruck bei erwachsenen Patienten mit einem Körpergewicht über 50 kg, deren Noradrenalin-Dosis schrittweise erhöht werden muss, indiziert. Die Infusionslösung darf nur über einen Zentralvenenkatheter unter Verwendung einer Spritzenpumpe verabreicht werden. Der Blutdruck, vorzugsweise der arterielle, muss während der gesamten Therapie überwacht werden. Ein abruptes Absetzen kann zu einer Hypotonie führen, weshalb die Infusion allmählich reduziert werden sollte.

Anwendungsbeschränkungen und Hinweise zu Noradrenalin Aguettant

Im Folgenden sind Anwendungsbeschränkungen und Hinweise von Noradrenalin Aguettant aufgeführt:

  • Die Infusionslösungen Noradrenalin 0,08 mg/ml und 0,25 mg/ml dürfen nicht zur Einleitung einer Vasopressor-Therapie eingesetzt werden.
  • Die neuen 50 ml-Durchstechflaschen dürfen nicht verdünnt werden.
  • Durch das Vorliegen als gebrauchsfertige Infusionslösung besitzt Noradrenalin 0,25 mg/ml eine wesentlich stärkere Konzentration als die derzeit zugelassenen Noradrenalin-Ampullen nach der üblichen Verdünnung. Um Überdosierungen zu vermeiden, sind die in der Fachinformation enthaltenen Infusionstabellen zu beachten.

Der vollständige Informationsbrief ist auf der Internet-Seite des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) abrufbar.
 

Autor: Dr. Melanie Klingler

Stand: 18.01.2018

Quelle:

Aguettant Deustchland GmbH, Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)

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