Petrischale mit Erregern

Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) in seinem aktuellen Epidemiologischen Bulletin [1] mitteilte, kam es bereits im August 2018 zu einer überregionalen Häufung von Burkholderia-cepacia-complex-Infektionen und –Besiedlungen bei Intensivpatienten.

Patienten aus unterschiedlichen Kliniken betroffen

Aktuell liegen dem RKI Meldungen von 16 Patienten aus drei unterschiedlichen Kliniken und zwei Bundesländern vor. Davon sind zwei Patienten, bei denen eine bekannte schwere Grunderkrankung vorlag, verstorben.

Rückruf der kontaminierten Charge

Die Charge 1513962 des Medizinproduktes octenidol® md Mundspüllösung wird als wahrscheinliche gemeinsame Expostionsquelle vermutet. Seit Anfang August 2018 wird die betroffene Charge von der Herstellerfirma MPC International S.A., Luxemburg, freiwillig zurückgerufen. Grund ist eine Kontamination der Charge mit dem gramnegativen Bakterium Burkholderia-cepacia-complex.

Isolate von zwei Patienten und aus einer Mundspüllösung der betroffenen Charge wurden mittels Genomsequenzierung verglichen. Dabei konnte eine weitgehende Identität der untersuchten Stämme festgestellt werden.

RKI rät zur Meldung

Das RKI rät weitere Fälle von nosokomialen Infektionen und Kolonisationen mit Burkholderia-cepacia-complex nach Exposition mit octenidol® md Mundspüllösung als überregionales nosokomiales Ausbruchsgeschehen zu betrachten. Dementsprechend sind solche Fälle nach § 6 Absatz 3 des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) zu melden.

Meldungen erfolgen nichtnamentlich an das zuständige Gesundheitsamt, die weitere Übermittlung an die Landesstelle und das RKI. Das RKI bittet um Einsendung von in diesem Zusammenhang gewonnenen Isolaten an das Nationale Referenzzentrum für gramnegative Krankenhauserreger in Bochum zwecks weiterer Untersuchung und Typisierung.

Autor: Dr. Melanie Klingler

Stand: 02.10.2018

Quelle:
  1. Robert-Koch-Institut, Epidemiologisches Bulletin Nr. 38, 20. September 2018