Neueinführung Onivyde

Onivyde (Wirkstoff Irinotecan) ist ein Arzneimittel gegen Krebs, das zur Gruppe der „Topoisomerase-Hemmer“ gehört. Es wurde zum 15. November 2016 in den deutschen Markt eingeführt.

Neueinführung Onivyde

Was ist Onivyde?

Onivyde ist ein Krebsarzneimittel der Firma Baxalta. Es enthält den Wirkstoff Irinotecan. Es wird zur Behandlung einer speziellen Form von Pankreaskrebs eingesetzt und zwar beim metastasierten Adenokarzinom des Pankreas. Onivyde ist ein sogenanntes Orphan-Arzneimittel, da nur wenige Patienten an Pankreaskrebs leiden und die Krankheit somit als selten eingestuft wird. Onivyde wird gemeinsam mit 5-Fluorouracil und Leucovorin, zwei anderen Krebsarzneimitteln angewendet, wenn die Erkrankung trotz Gemcitabin-Behandlung weiter fortschreitet.

Wie wird Onivyde angewendet?

Onivyde ist als Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung erhältlich und wird intravenös gegeben. Die empfohlene Dosis beträgt 80 mg pro Quadratmeter Körperoberfläche. Sie wird alle 2 Wochen zusammen mit 5-Fluorouracil und Leucovorin verabreicht. Die Behandlung sollte von einem erfahrenen Onkologen durchgeführt werden. Der Arzt kann die Dosis anpassen, wenn der Patient schwere Nebenwirkungen aufweist oder besondere genetische Merkmale besitzt, die das Risiko für Nebenwirkungen erhöhen.

Wie wirkt Onivyde?

Der Wirkstoff in Onivyde ist Irinotecan. Irinotectan ist ein „Topoisomerase-Hemmer“. Er hemmt ein Enzym, die sogenannte Topoisomerase I, die am Kopieren von Zell-DNS beteiligt ist, die für die Bildung neuer Zellen benötigt wird. Durch die Hemmung des Enzyms werden die Krebszellen daran gehindert, sich zu vermehren, und sterben schließlich ab. Irinotecan ist seit mehreren Jahren in Europa zur Behandlung von Kolorektalkarzinomen zugelassen. In Onivyde ist das Irinotectan in Liposomen enthalten, diese sammeln sich im Tumor an und setzen das Arzneimittel langsam frei. Durch die Bindung an die Fettpartikel wird die Ausscheidungsrate des Wirkstoffes gesenkt und die Wirkung verlängert.

Nebenwirkungen von Onivyde

Sehr häufige Nebenwirkungen sind:  Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Appetitmangel, Neutropenie, Ermüdung, Schwäche, Anämie und Fieber.
Sehr häufige schwere Nebenwirkungen: Durchfall, Übelkeit und Erbrechen, febrile Neutropenie, Infektionen des Blutes oder der Lunge (Sepsis, Pneumonie), Schock, Dehydratation, Nierenversagen und Thrombozytopenie.
Alle Nebenwirkungen sind der Packungsbeilage zu entnehmen.

Kontraindikationen von Onivyde

Onivyde darf bei folgenden Patienten nicht eingesetzt werden:

  • Patienten, die in der Vergangenheit eine schwere Überempfindlichkeitsreaktion auf Irinotecan erlitten haben
  • stillende Mütter

Alle Einschränkungen sind der Packungsbeilage zu entnehmen.


Datum: 15.11.2016

Autor: Ellen Reifferscheid (Apothekerin)

Quelle: Europäische Arzneimittelagentur (EMA)