Neueinführung Oxervate (Cenergermin)

Zum 15. November 2017 wurde Oxervate zur Behandlung neurotropher Keratitis in den deutschen Markt eingeführt.

Neueinführung Oxervate (Cenergermin)

Was ist Oxervate?

Bei der neurotrophen Keratitis kommt es zu einer Schädigung am Trigeminus, was zu Gefühlsverlusten und Defekten am Auge führt, die nicht von alleine wieder abheilen können. Oxervate hilft hier einige der Heilungsprozesse im Auge wiederherzustellen und die Schäden am Auge zu reparieren. Das Arzneimittel wird nur bei Erwachsenen mit mittelschwerer oder schwerer neurotropher Keratitis angewendet. Oxervate gehört zur Gruppe der Orphan-Arzneimittel. Das Arzneimittel enthält den Wirkstoff Cenegermin.

Wie wird Oxervate angewendet?

Oxervate ist als Augentropfen erhältlich. Die Behandlung umfasst eine achtwöchige Therapie, bei der das Arzneimittel 6mal pro Tag im Abstand von 2 Stunden angewandt wird.

Wie wirkt Oxervate?

Oxervate enthält Cenegermin, eine rekombinante Form des menschlichen Nervenwachstumsfaktors. Der Nervenwachstumsfaktor ist ein endogenes Protein. Dieses Protein ist an der Differenzierung und Erhaltung von Neuronen beteiligt ist und durch seine spezifische hohe Affinität und seine niedrige Affinität gegenüber den Rezeptoren des Nervenwachstumsfaktors wirkt. Nervenwachstumsfaktor-Rezeptoren werden im vorderen Augenabschnitt (Hornhaut, Bindehaut, Iris, Ziliarkörper und Linse), durch die Tränendrüse und durch das intraokulare Gewebe im hinteren Augenabschnitt exprimiert. Die Behandlung mit Cenegermin, das als Augentropfen angewendet wird, soll die Wiederherstellung der Hornhautintegrität ermöglichen.

Welchen Nutzen hat Oxervate in den Studien gezeigt?

Die Wirksamkeit und Sicherheit von Oxervate wurde in zwei multizentrischen, randomisierten, doppelmaskierten, Vehikel-kontrollierten klinischen Studien (NGF0212 und NGF0214) bei Patienten mit mittelschwerer (persistierendem Epitheldefekt) oder schwerer (Hornhautgeschwür) neurotropher Keratitis untersucht, bei denen nicht-chirurgische Behandlungen nicht erfolgreich waren. Es wurde nachgewiesen, dass Oxervate hilft, Schäden an der Augenoberfläche zu heilen.

Nebenwirkungen von Oxervate

Sehr häufige Nebenwirkungen von Oxervate sind Augenschmerzen (11,1 %), Augenentzündungen (8,3 %), einschließlich Entzündungen der Vorderkammer und Hyphaema; erhöhter Tränenfluss (5,6%), mit Symptomen, wie Ausfluss aus dem Auge; Augenlidschmerzen (5,6 %) und Fremdkörpergefühl im Auge (5,6 %). Die vollständige Auflistung der im Zusammenhang mit Oxervate berichteten Nebenwirkungen und Einschränkungen ist der Fachinformation zu entnehmen.


Datum: 13.11.2017

Autor: Ellen Reifferscheid (Apothekerin)

Quelle: European Medicine Agency, Dompé pharmaceutical S.p.A.