Neueinführung Rekovelle

Zum 15. Februar 2017 wird das neue Arzneimittel Rekovelle (Follitropin delta) zur Behandlung der weiblichen Unfruchtbarkeit in den Markt eingeführt.

Neueinführung Rekovelle

Was ist Rekovelle?

Das Arzneimittel des pharmazeutischen Unternehmens Ferring  Arzneimittel GmbH enthält den Wirkstoff Follitropin delta. REKOVELLE wird zur Behandlung der weiblichen Unfruchtbarkeit bei Frauen eingesetzt, wenn diese sich einer Behandlungsmethode der künstlichen Befruchtung (assistierten Reproduktion) wie der invitro-Fertilisation (IVF) und der intracytoplasmatischen Spermieninjektion (ICSI) unterziehen. REKOVELLE regt die Eierstöcke zum Follikel-Wachstum und zur Follikel-Entwicklung an. Daraus können Eizellen gewonnen und im Labor befruchtet werden.

Wie wird Rekovelle angewendet?

Rekovelle ist eine Injektionslösung, die während des Menstruationszyklus an mehreren aufeinanderfolgenden Tagen durch Injektion unter die Haut verabreicht wird. Die Behandlung beginnt am Tag 2 oder 3 des weiblichen Zyklus und wird fortgesetzt, bis sich genügend Eizellen gebildet haben. Die Anfangsdosis ist vom Körpergewicht der Frau und von der Konzentration des Anti-Müller-Hormons (AMH) abhängig. Das genaue Dosierungsschema ist der Fachinformation Abschnitt 4.2. zu entnehmen. Je nach Ansprechen der Frau kann die Dosis in nachfolgenden Zyklen angepasst werden. Patientinnen können nach der ersten Injektion weitere Injektionen selbst verabreichen, sofern sie in der sachgemäßen Anwendung unterwiesen wurden.

Wie wirkt Rekovelle?

Der Wirkstoff von Rekovelle ist Follitropin delta. Follitropin delta ist eine Kopie des natürlichen follikelstimulierenden Hormons (FSH), das eine wichtige Rolle für die Fruchtbarkeit der Frau spielt. Es regt die Produktion von Eizellen an. Durch die Stimulation mit Follitropin delta werden mehr Eizellen produziert, die dann für eine künstliche Befruchtung entnommen werden können.

Nebenwirkungen von Rekovelle

Sehr häufig kommt es zu Kopfschmerzen, Beschwerden und Schmerzen im Beckenbereich, Übelkeit, Müdigkeit und dem ovariellen Überstimulierungssyndrom (OHSS). Symptome von OHSS sind Erbrechen, Durchfall und Schmerzen, die durch die Stimulation hervorgerufen werden. In schweren Fällen von OHSS kann es zu Atemproblemen und Störungen der Blutgerinnung kommen.

Kontraindikationen von Rekovelle

Rekovelle darf nicht bei Frauen mit Tumoren von Hirnanhangdrüse oder Hypothalamus, Brust- Eierstock- oder Gebärmutterkrebs angewendet werden. Weitere Kontraindikationen sind Eierstockvergrößerungen und Zysten, die nicht durch ein polyzystisches Ovarialsyndrom verursacht wurden.

Studienlage Rekovelle

Rekovelle wurde in einer Studie mit 1326 Frauen mit Gonal-F (Follitropin alfa) verglichen. Als Hauptindikatoren für die Wirksamkeit wurden die Implantationsrate sowie die Schwangerschaftsrate zugrunde gelegt. Rekovelle stimulierte in der Studie die Eierstöcke ebenso wirksam wie Gonal-f. Mit Rekovelle wurden 31% (204/665) der Frauen schwanger, bei Gonal-f waren es 32% (209/661). Auch die Implantationsraten waren vergleichbar: 35% bei Rekovelle, 36% bei Gonal-f.

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Datum: 13.02.2017

Autor: Ellen Reifferscheid (Apothekerin)

Quelle: Ferring Arzneimittel GmbH