Revestive - Zulassung für Kinder empfohlen

Die Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) empfiehlt die Zulassung von Revestive auch für Kinder zwischen einem und 17 Jahren. Seit 2012 ist das Orphan Drug Revestive für die Behandlung von erwachsenen Patienten mit Kurzdarmsyndrom zugelassen. Künftig soll es auch bei pädiatrischen Patienten mit Kurzdarmsyndrom eingesetzt werden können.

Behandlung Kind

Teduglutid, der Wirkstoff von Revestive, ist ein Analogon des humanen Glucagon like peptide 2 (GLP-2), die wichtigsten strukturellen und funktionellen Anpassungen in der Darmschleimhaut erhöht. Revestive fördert die Resorption von Nahrungsbestandteilen und senkt damit den Bedarf an parenteraler Ernährung. Laut der Studien, die bei der Zulassung des Arzneimittels im Jahr 2012 vorlagen, konnte der Bedarf an parenteraler Ernährung nach 20 bis 24 Wochen um 20 bis 100% gegenüber dem Placebo gesenkt werden. Der Hersteller Shire reichte nun auch Studiendaten einer Open-Label-Studie mit 42 Kindern vor, die diese Ergebnisse bestätigen. Auch hier konnte eine deutliche Reduktion der Menge an benötigter parenteraler Ernährung nach 12 Wochen festgestellt werden, bei 4 Patienten konnte nach diesen 12 Wochen sogar vollständig auf parenterale Ernährung verzichtet werden. Häufigste Nebenwirkungen der Therapie sind gastrointestinale Störungen.

Im August 2016 soll die Entscheidung der Europäischen Kommission vorliegen, ob das Arzneimittel künftig auch für Kinder eingesetzt werden kann. Die empfohlene Dosis für Kinder wird voraussichtlich 0,05 mg  oder 0,025 mg Teduglutid pro kg Körpergewicht einmal täglich betragen.

Kurzdarmsyndrom

Das Kurzdarmsyndrom entsteht meist nach der chirurgischen Entfernung großer Teile des Dünndarms, was bei Morbus Crohn-Patienten oder nach einem Darminfarkt der Fall sein kann. Durch die Verringerung der Resorptionsoberfläche können vor allem Fette und Gallensalze schwerer resorbiert werden. Die Patienten leiden unter Diarrhoe, Malabsorption, Elektrolytentgleisung und Fettstuhl.

Autor: Ellen Reifferscheid (Apothekerin)

Stand: 06.06.2016

Quelle:

European Medicines Agency (EMA), Shire Deutschand GmbH

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