Schwere Immundefekte nach Behandlung mit Rituximab

Zwei Fallberichte zeigen, dass während und auch lange nach der Behandlung mit Rituximab schwere Immundefekte mit protrahierter Depletion der B-Lymphozyten und/oder Hypogammaglobulinämie vorkommen können.

Rituximab

Das berichtet die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) in einem aktuellen Bericht. Laut AkdÄ sollte daher bei schwerer Hypogammaglobulinämie frühzeitig eine Substitutionsbehandlung mit Immunglobulinen erfolgen. Außerdem sollte während der Behandlung mit Rituximab regelmäßig die Lymphozytenzahl und die Konzentration der Immunglobuline kontrolliert werden. Patienten mit auffälligen Befunden sollten auch nach Behandlungsende diesbezüglich überwacht werden, da langanhaltende Immundefekte auch lange nach der Behandlung persistieren können. Der Impfschutz der Patienten sollte vor Behandlungsbeginn aufgefrischt werden. Bei der Diagnostik von Infektionen sollte bei Patienten nach Rituximab-Behandlung ein möglicherweise fehlender Nachweis virusspezifischer Immunglobuline bedacht und frühzeitig der direkte Virusnachweis mittels PCR erwogen werden.

Anwendung von Rituximab

Rituximab ist ein monoklonaler Antikörper, der zur Behandlung verschiedener maligner hämatologischer Erkrankungen sowie zur Behandlung der rheumatoiden Arthritis, der Granulomatose mit Polyangiitis und der mikroskopischen Polyangiitis zugelassen ist.

Die detaillierten Fallberichte sind bei der AkdÄ unter folgendem Link zu finden.

Autor: Ellen Reifferscheid (Apothekerin)

Stand: 11.12.2018

Quelle:

Schwere Immundefekte nach Behandlung mit Rituximab, Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ)

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