Impfquoten nur auf moderatem Niveau

Die Impfquoten gegen Masern, Rotaviren, HPV und Grippe ergeben – je nach Region und Altersgruppen – ein sehr unterschiedliches Bild.

Arzt patient gespräch

Säuglinge und Kleinkinder erhalten in Deutschland nicht immer den Impfschutz, der möglich und sinnvoll wäre. Zudem unterscheiden sich Impfquoten je nach Krankheit und Region sehr stark. Das geht nach Angaben des Robert-Koch-Institutes aus der Auswertung der Abrechnungsdaten der Kassenärztlichen Vereinigung, der KV-Impfsurveillance, hervor. Für Kinder im Alter von bis zu 24 Monaten liegen die Impfquoten für etablierte Impfungen wie gegen Tetanus oder Hepatitis B demnach im bundesweiten Durchschnitt auf einem moderaten Niveau.

66 Prozent mit Impfschutz gegen Rotaviren

Erstmals legte das RKI Zahlen zur Rotaviren-Impfung vor, die vor 4 Jahren in den Impfkalender aufgenommen worden war. Die Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) sieht vor, dass die Rotavirus-Schutzimpfung bis zur 32. Lebenswoche abgeschlossen wird. Den vollständigen Impfschutz erreichen zu diesem Zeitpunkt bislang 66 Prozent des Geburtsjahrgangs 2014. Die erste Dosis erhalten noch 89 Prozent aller Kinder.

Insbesondere beim vollständigen Impfschutz gibt es dann aber enorm große Unterschiede in den Regionen. Nach Angaben des RKI beträgt die Impfquote gegen Rotaviren im Landkreis Rosenheim (Bayern) nur 15,4 %. In Dessau-Roßlau (Sachsen-Anhalt) sind hingegen 89,3 % der Säuglinge bis zur 32. Woche komplett gegen Rotaviren geimpft.

Der frühe vollständige Impfschutz gegen Rotaviren ist unter anderem wichtig, weil eine Infektion in frühen Lebenswochen mit einem erhöhten Risiko für Komplikationen in Form von Darminvaginationen einhergeht. Mehr Informationen: Rotavirus - virale Gastroenteritis

Impfquoten gegen Masern vor allem in den Städten unzureichend

Ein sehr durchmischtes Bild zeigt sich – je nach Region und Alter - auch bei der Masern-Impfung. Hier sieht das RKI Probleme vor allem in den Ballungsräumen. Bis zu 4.100 Kinder des Jahrgangs 2013 in Großstädten wie Dresden, Hamburg, Köln, Leipzig und München haben im Alter von 24 Monaten keinen vollständigen Masern-Impfschutz. Die meisten nicht vollständig gegen Masern geimpften Kleinkinder leben in Berlin (7.300).

Laut den offiziellen Impfempfehlungen sollten Kinder erstmals mit 11 bis 14 Monaten gegen Masern geimpft werden. Die 2. Impfung ist laut STIKO für den Zeitraum zwischen der 15. und 23. Woche vorgesehen. Von den gut 680.000 Kindern des Jahrgangs haben 150.000 die 2. Impfung nicht erhalten. Und 28.000 Kinder dieses Jahrgangs sind überhaupt nicht gegen Masern geimpft.

Auch eine gute Nachricht ergibt die Auswertung der KV-Impfsurveillance: Bei den Kleinkindern mit zeitgerechter Erstimpfung steigt auch der Anteil derer, die fristgerecht die 2. Impfdosis erhalten: von 59 Prozent beim Geburtsjahrgang 2004 auf fast 74 Prozent beim Geburtsjahrgang 2013.

HPV- und Grippe-Impfung

Seit gut 10 Jahren empfiehlt die Ständige Impfkommission für Mädchen die Impfung gegen humane Papillomviren. Gegenwärtig sind etwa 30 Prozent der 15-Jährigen mit 2 Impfungen vollständig geschützt. Bei den 17-jährigen Mädchen sind es etwa 42 Prozent. Dabei liegen die HPV-Impfquoten in den neuen Bundesländern deutlich höher als im Westen.
Bei der Grippe-Schutzimpfung verzeichnet das RKI einen Rückgang der Impfquote vor allem bei älteren Menschen. Lag die Impfquote in der Risikogruppe der über 60-Jährigen vor wenigen Jahren noch bei 50 Prozent, ist sie in jüngster Vergangenheit auf fast ein Drittel gefallen.

Autor: Charly Kahle

Stand: 29.03.2017

Quelle:

Robert-Koch-Institut (RKI)

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