S3-Leitlinie Schmerzassessment bei älteren Menschen in der vollstationären Altenhilfe

Eine neue S3-Leitlinie „Schmerzassessment bei älteren Menschen in der vollstationären Altenhilfe“ stellt eine wissenschaftlich fundierte Empfehlung für Mitarbeiter in Altenheimen zur Erkennung, Einschätzung und Behandlung von Schmerzen dar.

Schmerzen aelterer Patient

Schmerz stellt ein häufiges Problem in der älteren Bevölkerung dar. In stationären Altenpflegeeinrichtungen wird der Anteil von Schmerzpatienten mit bis zu 80% angegeben. Da ältere Patienten häufig nicht über ihre Schmerzen sprechen (können), bleiben sie häufig unerkannt und werden oft ungenügend behandelt.  Durch nicht erkannte Schmerzen kann es zu einer Verschlechterung in den Aktivitäten des täglichen Lebens, zu einer Reduktion der Lebensqualität, zu Depression, Angst, Schlafstörung und zu einem Anstieg der Behandlungskosten führen. Das Erkennen und Bewerten der Schmerzen im Rahmen eines regelhaften Assessments ist dabei die wichtigste Voraussetzung. Die neue S3-Leitlinie „Schmerzassessment bei älteren Menschen in der vollstationären Altenhilfe“ soll nun Pflegekräften und Ärzten helfen, Schmerzen bei Heimbewohnern besser erkennen, einschätzen und behandeln zu können.

Aufbau der Leitlinie

Die Leitlinie gibt ungefähr 50 Hinweise für ein einfaches Screening auf Schmerzen, ein differenziertes Assessment und auch für die Verlaufskontrolle. Die Empfehlungen der Leitlinie werden in fünf Unterkapiteln dargestellt. Vorangestellt werden allgemeingültige Empfehlungen zum Deutungskontext sowie zum Schmerzassessment und zur kognitiven Beeinträchtigung. Daran anschließend folgen Empfehlungen zum Screening, zum Assessment und zur Verlaufserfassung des Schmerzes.

Ergebnis der Leitlinie

Bei nicht mehr auskunftsfähigen Heimbewohnern kann die Fremdbeobachtungsskala Hinweise auf Schmerzen geben. Hier ist die BESD-Skala (Beurteilung von Schmerzen bei Demenz) gut geeignet und einfach zu handhaben. Sie wird bereits vielfach in der Praxis eingesetzt.

Integration der Leitlinien in den Arbeitsalltag

Häufig werden Schmerzen von Pflegekräften bereits bei ihrer täglichen Arbeit wahrgenommen. Durch eine zusätzliche Dokumentation der beobachteten Schmerzen in der Patientenakte könnte diese Information auch den behandelnden Ärzten  zugänglich gemacht werden. Wenn die Heimbewohner weniger Schmerzen empfinden, sind sie in der Regel zufriedener und brauchen weniger Unterstützung. Diese Tatsache kann Pflegekräfte motivieren die Empfehlungen der Leitlinie umzusetzen. Die Leitlinie soll nun in einzelnen Pflegeheimen evaluiert werden.

Autor: Ellen Reifferscheid (Apothekerin)

Stand: 14.06.2018

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