SafeVac: App-basierte Erfassung von Nebenwirkungen nach Grippeimpfung

Forscher des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung und des Paul-Ehrlich-Instituts testen in einer aktuellen Studie die Smartphone-App "SafeVac", mit der Symptome nach einer Grippeimpfung digital erfasst werden.

Smartphone

Das Ziel des Forschungsprojekts ist die Entwicklung mobiler, nutzerfreundlicher Meldemöglichkeiten zur Stärkung der Arzneimittelsicherheit. Impfungen dienen dem Gesundheitsschutz aller Bevölkerungsgruppen und sind ein wichtiger Schutz vor Infektionskrankheiten und ihren gravierenden. Impflücken können zu einem Ausbruch vermeidbarer Erkrankungen führen.

Um dieses Sicherheitsniveau zu gewährleisten, aber auch um den Impfgedanken zu stärken, ist es wichtig, Reaktionen auf Impfungen zeitnah und mit allen relevanten Angaben an die überwachenden Arzneimittelbehörden zu übermitteln.

Bisher erfolgen Nebenwirkungsmeldungen häufig zeitverzögert und unvollständig. Dadurch können sie oft nicht mehr mit der Impfung, dem Impfstoff oder einer Impfstoffcharge in Zusammenhang gebracht werden. Hier bieten mobile Technologien die Chance, Daten in Echtzeit zu erheben und die Informationsprozesse zu beschleunigen.

Feldstudie an drei Standorten

Die vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) geförderte Studie wird vom PaulEhrlich-Insititut (PEI) und der Abteilung für Epidemiologie des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) an drei Standorten durchgeführt. Personen, die in der Impfsaison 2018/2019 von Betriebsärzten in den drei ausgewählten Studienzentren in Berlin, Frankfurt und Langen gegen Influenza geimpft wurden, können mittels der App "SafeVac" über ihre Smartphones das Auftreten sowie das Ausbleiben unerwünschter Impfreaktionen erfassen, in der App dokumentieren und über eine gesicherte Internetverbindung anonym an das PEI übermitteln.

Durchführung der Studie

Neben den Daten zur erfolgten Impfung (z.B. Impfstoff, Impfzeitpunkt, Chargennummer) wird mit Hilfe der App das Auftreten beziehungsweise Ausbleiben von Symptomen erfragt. Außerdem werden die teilnehmenden Personen gebeten, demografische Angaben (z.B. Geschlecht, Alter), Vorerkrankungen und Impfhistorie einmalig zu dokumentieren.

Die gezielten Abfragen zum Gesundheitszustand nach der Impfung erfolgt zu insgesamt 15 definierten Zeitpunkten innerhalb von zwölf Wochen nach der Impfung. Die App bleibt nach Abschluss des Erfassungszeitraums noch weitere drei Monate nutzbar, um gegebenenfalls weitere Informationen bereitzustellen. Die Übermittlung der Informationen zur Impfung und das Auftreten beziehungsweise Ausbleiben von Ereignissen oder Symptomen nach der Impfung erfolgt durch eine gesicherte Internetverbindung an das PEI. Das PEI erhält hierbei ausschließlich Informationen, die auf dem Smartphone der Studienteilnehmer mittels der APP vor der Übermittlung an das PEI pseudonymisiert wurden.

Wenn sich die SafeVac-App in der Testphase bewährt, könnte laut PEI die Erfassung von Verdachtsmeldungen zu Impfkomplikationen mit Hilfe dieser App erweitert werden.

Autor: Paul-Ehrlich-Institut

Stand: 23.11.2018

Quelle:

Pressemeldung des PEI vom 16.11.18

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