Informationsbrief zu SGLT-2-Inhibitoren

Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) weist darauf hin, dass die Behandlung mit SGLT-2-Inhibitoren (Gliflozinen) unterbrochen werden soll, wenn ein Patient aufgrund eines größeren chirurgischen Eingriffs oder einer akuten schweren Erkrankung hospitalisiert wird.

Infobrief

Anlässlich aktueller Fallberichte wist die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) erneut darauf hin, dass die Behandlung mit SGLT-2-Inhibitoren (Gliflozinen) unterbrochen werden soll, wenn Patienten sich einer Operation unterziehen müssen oder akut schwer erkrankt sind.

Hintergrund dieser Warnmeldung sind seltene Fälle diabetischer Ketoazidosen, die bei Patienten unter Behandlung mit SGLT-2-Inhibitoren auftreten können. Wir berichteten hierzu bereits im Oktober 2018: Atypische diabetische Ketoazidosen unter Gliflozinen

Darüber hinaus hat die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) empfohlen, den Warnhinweis in der Fachinformation zu ergänzen:

Zukünftig soll die Behandlung bei diesen Patienten nicht nur unterbrochen, sondern auch die Ketonkörperkonzentration (vorzugsweise im Blut) überwacht werden. Die Behandlung kann wieder aufgenommen werden, wenn die Ketonkörperkonzentration normal ist und sich der Zustand des Patienten stabilisiert hat.

Die SGLT-2-Inhibitoren Canagliflozin, Dapagliflozin, Empagliflozin und Ertugliflozin (Mono- oder Kombinationspräparate) werden angewendet zur Behandlung des Diabetes mellitus Typ 2. Dapagliflozin ist in Ergänzung zu Insulin seit Kurzem auch für bestimmte Situationen beim Diabetes mellitus Typ 1 zugelassen.

Im Zusammenhang mit der Gliflozin-Behandlung kann es zu einer diabetischen Ketoazidose kommen, die mit normalen oder nur leicht erhöhten Blutzuckerwerten einhergehen kann. Symptomen einer solchen Ketoazidose können Übelkeit, Erbrechen, Anorexie, Bauchschmerzen, starker Durst, Atemschwierigkeiten beim Atmen, Verwirrtheit, ungewöhnlicher Müdigkeit oder Schläfrigkeit sein.

Bei Verdacht auf eine diabetische Ketoazidose ist unverzüglich ein Arzt aufzusuchen und die Behandlung abzusetzen.

Autor: Ellen Reifferscheid (Apothekerin)

Stand: 28.11.2019

Quelle:

Meldung der AkdÄ vom 19.11.19, abgerufen am 28.11.19

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