Zulassung Trimbow - fixe Dreifachkombination bei COPD

Die Europäische Kommission hat der Fixdosiskombination Trimbow zur Behandlung von COPD die Marktzulassung erteilt.

Zulassung für Trimbow - fixe Dreifachkombination für COPD-Behandlung

Mit dem Erhalt der Marktzulassung kann die Chiesi Gruppe nun europaweit das aus drei Wirkstoffen bestehende Arzneimittel Trimbow zur Behandlung der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) in den Markt bringen.

Fixkombination dreier Wirkstoffe

Trimbow enthält eine Kombination aus einem inhalativen Kortikosteroid (ICS), einem langwirksamen β2- Agonisten (LABA) und einem langwirksamen Muskarinantagonisten (LAMA), die zugehörigen Wirkstoffe sind Beclometasondipropionat (BDP), Formoterolfumarat (FF) und Glycopyrroniumbromid (GB).

Die Fixdosiskombination liegt in Form eines Dosieraerosols vor und besitzt eine extrafeine Formulierung. Pro Sprühstoß werden 87µg Beclometason, 5 µg Formoterol und 9 µg Glycopyrronium freigesetzt.

Die häufigsten Nebenwirkungen sind orale Candidiasis, Muskelkrämpfe und ein trockener Mund.

Studienlage

Die Zulassung erfolgte auf Basis der Wirksamkeits- und Sicherheitsdaten von zwei Phase-III-Studien mit mehr als 4000 eingeschlossenen Patienten (TRILOGY, TRINITY).

TRINITY-Studie: Vorteile im Vergleich zur Monotherapie mit Tiotropium

Die TRINITY-Studie ist eine multizentrische, kontrollierte, randomisierte, doppelblinde Phase-III-Studie mit einer Behandlungsdauer von 52 Wochen. Die 2.691 Studienteilnehmer waren  über 40 Jahre alte  Patienten mit schwerer und sehr schwerer COPD. Die Studienteilnehmer wurden in 3 Gruppen im Verhälltnis 2:2:1 (randomisiert) eingeteilt:

Eine Gruppe wurde mit Tiotropium (LAMA) behandelt, eine zweite Gruppe mit der fixen Kombination aus Beclometasondipropionat (BDP), Formoterolfumarat (FF) und Glycopyrroniumbromid (GB) und die  dritte Gruppe mit einer frei kombinierten Dreifachtherapie (ICS/LABA plus separat angewendetem LAMA). Die Ergebnisse (nach 52 Wochen) zeigen für die Dreifach-Fixdosiskombination:

  • eine klinisch relevante Reduktion der Rate von moderaten bis schweren Exazerbationen um 20% (p=0,003), verglichen mit Tiotropium
  • eine statistisch signifikante Verbesserung der Lungenfunktion vor Einnahme der ersten täglichen Dosis (Pre-dose FEV1*) um 61 ml (95% CI: 0.037-0.086; p<0.0001) verglichen mit Tiotropium
  • eine vergleichbare Wirksamkeit und Sicherheit verglichen mit der freien Dreifachkombination

*Als FEV1 (engl. Forced Expiratory Pressure in 1 Second) wird die Einsekundenkapazität bezeichnet, also die größtmögliche Menge an Luft, die innerhalb von 1 Sekunde forciert ausgeatmet werden kann.

TRILOGY-Studie: Wirksamkeit verglichen mit der COPD-Standardtherapie Beclometason/Formoterol

Bereits im September 2016 wurde die TRILOGY-Studie mit den Einjahresdaten zur Wirksamkeit der ersten extrafeinen Formoterol/Glycopyrronium/Beclometason-Fixkombination (FF/GB/BDP ) verglichen mit der COPD-Standardtherapie Beclometason/Formoterol (BDP/FF) veröffentlicht.

Für die Dreifach-Fixdosiskombination konnte eine signifikante Verbesserung der Lungenfunktion verzeichnet werden. Zudem reduzierte sich wie unter der Vergleichstherapie die Atemnot (Dyspnoe) und es verbesserte sich die Lebensqualität (SGRQ, Saint George’s Respiratory Questionnaire , ein Fragebogen zur Beurteilung der Lebensqualität von Patienten mit  Atemwegserkrankungen). Der SGRQ zeigte nach 26 Wochen für 47% der Patienten mit der Dreifach-Fixdosiskombination eine Verbesserung um ≥4 Punkte im Vergleich zum Ausgangswert. Unter Beclometason und Formoterol war dies für 36% der Patienten der Fall (p<0,001; FF/GB/BDP vs. BDP/FF).

Eine Verbesserung um ≥4 Punkte stellt den Schwellenwert für eine klinisch relevante Verbesserung dar. Es zeigten sich in der Studie keine Auffälligkeiten im Sicherheitsprofil. Überdies wurde die jährliche Rate (über 52 Wochen) von moderaten bis schweren Exazerbationen im Vergleich zur BDP/FF-Therapie klinisch relevant um 23%  reduziert (rate ratio 0,77 (95% CI 0,65–0,92; p=0,005)).

Autor: Ellen Reifferscheid (Apothekerin)

Stand: 26.07.2017

Quelle:

European Medicine Agency (EMA), Chiesi GmbH

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