EMA empfiehlt Änderungen der Verschreibungsinformation für Vancomycin-Antibiotika

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hat Änderungen an der Verschreibung von Informationen für das Antibiotikum Vancomycin empfohlen, um eine angemessene Anwendung bei der Behandlung von schweren Infektionen durch Gram-positive Bakterien zu gewährleisten.

EMA empfiehlt Änderungen der Verschreibungsinformation für Vancomycin-Antibiotika

Vancomycin wird seit den 50er Jahren verwendet und ist bis heute eine wichtige therapeutische Option für die Behandlung von schweren Infektionen. Der Arzneimittel-Ausschuss (Committee for Medicinal Products for Human Use kurz CHMP) überprüfte die verfügbaren Daten von Vancomycin-Medikamenten.

Empfohlene Änderungen der Verschreibungsinformationen

Dabei kam der CHMP zu dem Schluss, dass eine Infusion von Vancomycin weiterhin für die Behandlung von schweren Infektionen genutzt werden kann, wenn diese durch bestimmte Bakterien einschließlich MRSA (Meticillin-resistenter Staphylococcus aureus) bei Patienten aller Altersstufen verursacht werden.

Vancomycin kann auch verwendet werden, um eine bakterielle Endokarditis bei Patienten zu verhindern, die sich einer Operation unterziehen. Außerdem kann es zur Behandlung von Infektionen eingesetzt werden bei Patienten, die sich einer Peritonealdialyse unterziehen.

Für die orale Anwendung von Vancomycin sollte die Anwendung auf die Behandlung von Clostridium difficile Infektionen (CDI) beschränkt werden.

Für die Behandlung von Staphylokokken Enterokolitis sollte Vancomycin künftig nicht mehr verwendet werden.

Der Ausschuss hat auch die empfohlene Dosierung für Vancomycin für die verschiedenen Indikationen und Patientengruppen geprüft und kam zu dem Schluss, dass die Anfangsdosis von Vancomycin i.V. nach Alter und Gewicht des Patienten berechnet werden sollte um einen ausreichend hohen Vancomycin-Blutspiegel sicherzustellen.

Weiteres Vorgehen

Die CHMP-Stellungnahme wird nun an die Europäische Kommission weitergeleitet, damit diese eine endgültige europaweit gültige Entscheidung erlässt.

Autor: Ellen Reifferscheid (Apothekerin)

Stand: 23.05.2017

Quelle:

European Medicine Agency (EMA)

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