Mehr als 7,2 Millionen Rezepturen

Das Arzneimittel-Versorgungsstärkungsgesetz verbessert Vergütungen für individuell hergestellte Medikamente aus der Apotheke.

Vergütungen für Rezepturarzneimittel

Der Deutsche Apothekerverband (DAV) hat das vom Bundestag jüngst beschlossene neue Arzneimittel-Versorgungsstärkungsgesetz (AM-VSG) begrüßt. Es enthalte wichtige positive Elemente für die Arzneimittelversorgung in Deutschland.

Das AM-VSG sieht nach Angaben des DAV erstmals vor, dass die Beratung und Abgabe von individuell in der Apotheke hergestellten Arzneimitteln vergütet wird. Gleichzeitig werde die Vergütung für den Mehraufwand bei dokumentationspflichtigen Medikamenten wie Betäubungsmitteln erstmals seit Jahrzehnten angehoben.

Ferner legt das neue Gesetz fest, künftig auf Exklusivausschreibungen für Zytostatika und Impfstoffe zu verzichten. Der DAV-Vorsitzende Fritz Becker sieht darin einen wichtigen Beitrag, um die Arzneimittelversorgung von 72 Millionen Mitgliedern der gesetzlichen Krankenversicherung zu stärken.

Mehr als 7,2 Millionen Zubereitungen aus der Apotheke

Auch wenn die meisten Apothekenkunden vor allem Fertigarzneimittel beziehen, erhalten doch sehr viele Patienten individuell zubereitete Medikamente. Nach Angaben der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände haben die Apotheken im vergangenen Jahr alleine 7,2 Millionen Rezepturarzneimittel für Versicherte der gesetzlichen Krankenversicherung hergestellt und ausgegeben.

Bei diesen Medikamenten handelt es sich beispielsweise um Salben, die nach ärztlicher Verordnung hergestellt werden. Ein anderes Beispiel sind Arzneimittel in einer Dosierung, die von der Industrie so nicht zur Verfügung gestellt wird.

Insgesamt stellen die Apotheken noch deutlich mehr Rezepturarzneimittel her. Die Abgabe an Privatversicherte sowie Selbstzahler werden hierbei nämlich nicht erfasst. Außerdem fließen Spezialrezepturen wie  z.B. für Krebs- oder Drogenersatztherapien und parenterale Ernährung nicht in die Summe der 7,2 Millionen mit ein.

Weiterentwicklung AMNOG

Rezepturarzneimittel sind nur ein Aspekt des „Gesetzes zur Stärkung der Arzneimittelversorgung in der GKV“. Im Zentrum des AM-VSG steht die Fortentwicklung der Verfahren zur Nutzenbewertung und Preisbildung von Arzneimitteln, wie sie 2011 mit dem Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz (AMNOG) eingeführt wurden. Beispielsweise werden künftig die Besonderheiten von Kinderarzneimitteln in der Nutzenbewertung stärker berücksichtigt werden.

Von der Nutzenbewertung ausgenommen sind Arzneimittel, die nur für Kinder und Jugendliche erstattungsfähig sind. Zudem sieht das Gesetz Maßnahmen vor, um den Einsatz von Antibiotika so zu fördern, dass das Risiko für die Bildung von Antibiotikaresistenzen sinkt.


Datum: 16.03.2017

Autor: Charly Kahle

Quelle: Pressemitteilungen von Deutscher Apothekerverband (DAV), Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA), Bundesgesundheitsministerium