Höchstmengenempfehlungen für Vitamine und Mineralstoffe in Nahrungsergänzungsmitteln aktualisiert

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat die Höchstmengenempfehlungen für Vitamine und Mineralstoffe in Nahrungsergänzungsmitteln aktualisiert. Bis auf wenige Ausnahmen werden in Deutschland durch die herkömmliche Ernährung ausreichende Mengen an Mikronährstoffen aufgenommen, so dass die Empfehlungen vorwiegend dazu dienen vor einer übermäßigen Aufnahme zu schützen.

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Etwa ein Drittel der Erwachsenen in Deutschland nutzen Nahrungsergänzungsmittel. Die Produkte enthalten Vitamine, Mineralstoffe und teils weitere Substanzen mit physiologischer Wirkung, beispielsweise Aminosäuren, Pflanzenextrakte oder Mikroorganismen. Der Bedarf an lebensnotwendigen Nährstoffen wird bei gesunden Erwachsenen jedoch über eine ausgewogene Ernährung gedeckt.

Keine verbindlichen Angaben zu Höchstmengen

In Deutschland und Europa existieren keine Angaben über verbindliche Höchstmengen für Vitamine und Mineralstoffe in Nahrungsergänzungsmitteln. Das BfR [1] empfiehlt Höchstmengen, die auf der Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse festgelegt werden. Eine Überarbeitung der Höchstmengenempfehlungen wurde nun anhand aktueller wissenschaftlicher Daten vorgenommen. Veröffentlicht wurden die Daten im Journal für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit [2].

Versorgung bei Mehrzahl der Vitamine und Mineralstoffe ausreichend

Die veröffentlichten Daten und Angaben gelten für Jugendliche ab 15 Jahren und Erwachsene. Bei der Mehrzahl der Vitamine und Mineralstoffe werden die festgelegten Referenzwerte über die herkömmliche Ernährung erreicht oder sogar überschritten. Aus den vorliegenden Ergebnissen lässt sich beispielsweise ableiten, dass es keine Notwendigkeit gibt Natrium, Chlorid oder Phosphor über Nahrungsergänzungsmittel aufzunehmen.

Bei der überwiegenden Zahl von Vitaminen und Spurenelementen werden also die empfohlenen Referenzwerte erreicht. Unterschreitungen der empfohlenen Höchstmengen gibt es beispielsweise bei Folatäquivalenten, Vitamin D und Jod.

Höchstmengenempfehlungen als Schutz vor Überversorgung

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass durch die herkömmliche Ernährung in Deutschland, mit wenigen Ausnahmen, ausreichende Mengen an Vitaminen und Mineralstoffen aufgenommen werden. Die Höchstmengenempfehlungen dienen somit hauptsächlich dazu einer Überversorgung vorzubeugen, da hierdurch ein erhöhtes Risiko für unerwünschte gesundheitliche Effekte besteht.
 

Autor: Dr. Melanie Klingler

Stand: 11.01.2018

Quelle:
  1. Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)
  2. Weißenborn et al. (2017): Höchstmengen für Vitamine und Mineralstoffe in Nahrungsergänzungsmitteln. Journal für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, DOI: https://doi.org/10.1007/s00003-017-1140-y
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