Transfusionsmediziner rufen zu regelmäßiger Blutspende auf

In Deutschland werden pro Tag ca. 14.000 Blutspenden benötigt. Die Zahl der Blutspender sinkt jedoch aufgrund des demografischen Wandels.

Blutspende

Anlässlich des diesjährigen Weltblutspendertages am 14. Juni 2018 erinnert die Deutsche Gesellschaft für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie (DGTI) an die Bedeutung der Blutspende für die Versorgung von Patienten und ruft zur Blutspende auf. Aufgrund des demografischen Wandels wird die Zahl der Blutspender in den kommenden 20 Jahren sinken, bei einer gleichzeitigen Steigerung des Bedarfs durch den wachsenden Anteil älterer Patienten.

Blutspende als Akt der Solidarität

"Ohne Blutspenden und die regelmäßige Versorgung mit Blutpräparaten würde unser modernes Gesundheitssystem schlichtweg nicht funktionieren", erklärt Professor Dr. med. Harald Klüter, erster Vorsitzender der DGTI und Transfusionsmediziner an der Universitätsmedizin Mannheim und Institutsdirektor des DRK-Blutspendedienstes Baden-Württemberg–Hessen.

Der Weltblutspendertag 2018 thematisiert due Blutspende als einen „Akt der Solidarität“. "Jemand, der sein eigenes Blut anderen, die es dringend benötigen, zur Verfügung stellt, ehrt die gesellschaftlichen Grundwerte Mitmenschlichkeit, Respekt, Empathie und Freundlichkeit", so Klüter. "Nur durch die aktive und wiederkehrende Bereitschaft unserer Blutspender können wir Qualität, Sicherheit und die jederzeitige Verfügbarkeit von Blut und Blutprodukten für die Patientenbehandlung gewährleisten", betont Klüter.

Blutpräparate in Medizin unerlässlich

Blutkonserven sind bei komplexen medizinischen und chirurgischen Eingriffen, in der Intensivmedizin und Krebstherapie unerlässlich. Aus einer Blutspende können nicht nur Erythrozyten (rote Blutkörperchen) und Thrombozyten (Blutplättchen) gewonnen werden, sondern z. B. auch Gerinnungsfaktoren und Impfstoffe gegen Tetanus.

Spender leisten auch Beitrag zur eigenen Gesundheit

Neben der guten Tat leisten die Spender aber auch einen Beitrag für ihre eigene Gesundheit. Vor der Spende wird der Blutspender ärztlich untersucht und erhält eine Blutdruckmessung. Das gespendete Blut wird auf mögliche Krankheitserreger wie Hepatitis oder HIV untersucht.

Hintergrund des Weltblutspendertags

Der Weltblutspendertag wurde 2004 von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) eingeführt, um Menschen zu ehren, die für andere Mitmenschen Blut spenden. Gleichzeitig ist der 14. Juni der Geburtstag von Karl Landsteiner (1868 – 1943), dem österreichischen Mediziner, der 1901 erstmals die Blutgruppeneigenschaften des AB0-Systems beschrieb. 1930 erhielt Landsteiner dafür den Medizin-Nobelpreis.

Neben der Entdeckung des AB0-Systems erkannte der Mediziner, dass die Bluttransfusion zwischen Menschen der gleichen Blutgruppe nicht zur Zerstörung der Blutzellen führte, wohl aber zwischen Personen mit unterschiedlichen Blutgruppen. Basierend auf dieser Erkenntnis fand 1907 die erste erfolgreiche Bluttransfusion am Mount Sinai Hospital in New York statt. Daneben entdeckte Landsteiner zusammen mit einem seiner Schüler, Alexander Solomon Winter, auch den Rhesusfaktor.

Autor: Dr. Melanie Klingler

Stand: 14.06.2018

Quelle:

Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF), Deutsche Gesellschaft für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie (DGTI), Pressemeldung vom 12. Juni 2018

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