Xydalba für Haut- und Weichteilinfektionen zugelassen

Dem Antibiotikum Xydalba (Dalbavancin) wurde die Zulassung zur Therapie von Haut- und Weichteilinfektionen erteilt.

Laborant mikroskopiert

Xydalba mit dem Wirkstoff Dalbavancin von der Firma Durata Therapeutics International B.V. hat von der Europäischen Kommission die Zulassung zur Therapie von bakteriellen Haut- und Weichgewebeinfektionen bei Erwachsenen erhalten. Damit erweitert sich das Portfolio der Antibiotika, die effektiv bei komplizierten Haut- und Hautstrukturinfektionen (ABSSSI) eingesetzt werden können.

Neue Waffe gegen Problemkeime

Dalbavancin wirkt als Lipoglykopeptid-Antibiotikum gegen die meisten grampositiven Bakterien, ist aber gegen gramnegative Erreger nahezu inaktiv. Besonders hervorzuheben ist das Wirkspektrum gegen Vancomycin-resistente Enterokokken (VRE) sowie Methicillin- und Vancomycin-resistente Staphylokokken (MRSA und VRSA). Diese Erreger gehörten bisher zu den „Worst Cases" in Sachen Resistenzbildung. Mit Dalbavancin steht Ärzten und Patienten jetzt ein neuer und effektiver Wirkstoff gegen sensible Problemkeime zur Verfügung.

Wirkmechanismus von Dalbavancin

Dalbavancin ist ein semisynthetisches Derivat des Teicoplanins. Vermutet wird eine duale Wirkweise. Zunächst soll sich der Wirkstoff an die D-Alanyl-D-Alanine-Sequenz binden und so die für die Synthese der Bakterienmembran notwendige Kreuzbindung (Transpeptidierung und Transglykosylierung) inhibieren. Des Weiteren gehen Forscher davon aus, dass sich ein lipophiler Wirkstoff-Rest in der Bakterienmembran verankert und so die Zellwandsynthese bei anfälligen Erregern stört. Folge dieser Mechanismen ist der bakterielle Zelltod.

Lange Halbwertzeit bestimmt Dosierschema

Dalbavancin wird zu etwa 93 Prozent an Plasmaproteine gebunden. Dies führt zu einer sehr langen Halbwertszeit von 5 bis 7 Tagen (150 – 250 Stunden). Selbst nach 14 Tagen konnten noch Wirkstoff-Konzentrationen in Haut, Muskeln, Fettgewebe sowie Leber und Nieren gemessen werden. Die lange Verweildauer wirkt sich auch auf das Dosierschema aus. Vom Hersteller wird eine einmalige intravenöse Gabe von 1000 mg zu Behandlungsbeginn, gefolgt von 500 mg am 8. Tag nach Erstgabe, empfohlen.

Wechselwirkungen und Nebenwirkungen

Das Wechselwirkungsrisiko von Xydalba ist nach Angaben der Herstellerfirma als sehr gering einzustufen. Da Dalbavancin weder Substrat, Inhibitor noch Induktor von Cytochrom-P450-Enzymen ist, sei kein relevanter pharmakodynamischer Einfluss zu erwarten.

Die häufigsten Nebenwirkungen bei der Behandlung mit Xydalba waren Übelkeit und Erbrechen, Kopfschmerzen, Diarrhoe, erhöhte Leberenzymwerte sowie Hautausschläge.

Autor: Dr. Christian Kretschmer (Arzt)

Stand: 30.03.2015

Quelle:

Europäische Kommission

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