Neueinführung Xydalba

Xydalba 500 mg Pulver ist ein Dalbavancin-haltiges Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung, die zur Behandlung von  akuten bakteriellen Haut- und Weichgewebeinfektionen (ABSSSI) bei Erwachsenen eingesetzt wird. Das Arzneimittel wird nur an krankenhausversorgende Apotheken geliefert. Es wurde zum 1. November 2016 in den Markt eingeführt.

Neueinführung Xydalba

Was ist Xydalba?

Xydalba ist ein Antibiotikum der Firma Correvio GmbH. Es wird zur Behandlung akuter bakterieller Infektionen der Haut  und des Gewebes unter der Haut eingesetzt. Der Wirkstoff von Xydalba ist Dalbavancin.

Wie wird Xydalba angewendet?

Xydalba liegt als Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung vor. Das Arzneimittel wird einmal wöchentlich als Infusion verabreicht.  Die empfohlene Dosis von 1500 mg kann entweder als einmalige Infusion oder aber als 1000 mg Infusion in der ersten und 500 mg Infusion in der folgenden Woche verabreicht werden. Bei Vorliegen schwerer Nierenfunktionsstörungen kann die Dosis reduziert werden.

Wie wirkt Dalbavancin, der Wirkstoff von Xydalba?

Dalbavancin ist ein bakterizides Lipoglykopeptid-Antibiotikum. Es unterbricht die Zellwandsynthese bei sensiblen grampositiven Bakterien. Durch die Bindung an die terminalen D-Alanyl-D-Alanine des Stammpeptids im naszierenden Zellwandpeptidoglycan. Dadurch wird die Kreuzbindung der Disaccharid-Untereinheit verhindert, die Zelle stirbt ab. Dalbavancin ist beispielweise wirksam gegen MRSA-Bakterien, gegen den methicillinresistensten Staphyllococcus aureus.  In klinischen Studien wurde die Wirksamkeit gegen die folgenden Krankheitserreger nachgewiesen:

  • Staphylococcus aureus
  • Streptococcus pyogenes
  • Streptococcus agalactiae
  • Streptococcus dysgalactiae
  • Streptococcus anginosus-Gruppe (beinhaltet S. anginosus, S. intermedius und S. constellatus)

Gramnegativen Bakterien sind gegen Dalbavancin resistent.

Nebenwirkungen von Xydalba

Sehr häufig kommen Übelkeit, Durchfall und Kopfschmerzen vor, allerdings waren die Nebenwirkungen im Allgemeinen leicht oder mittelschwer. Alle Nebenwirkungen sind der Gebrauchsinformation des Arzneimittels zu entnehmen.


Datum: 01.11.2016

Autor: Ellen Reifferscheid (Apothekerin)

Quelle: Europäische Arzneimittelagentur (EMA)