Neueinführung Niwinas

Im März 2018 wurde Desmopressin erstmals als Saft in den Markt gebracht. Das neue Arzneimittel Niwinas wird unter anderem zur Behandlung der Enuresis nocturna eingesetzt.

Bettnässen

Was ist Niwinas und wie wird es eingesetzt?

Niwinas (InfectoPharm Arzneimittel u. Consilium GmbH) enthält pro ml Lösung zum Einnehmen 360 µg Desmopressin, entsprechend 400 µg Desmopressinacetat. Die Lösung ist ist indiziert zur Behandlung des Diabetes insipidus centralis und zur Behandlung der primären Enuresis nocturna bei Patienten (über 5 Jahren) mit normaler Fähigkeit, Urin zu konzentrieren.   

Gemäß der Leitlinie „Enuresis und nicht-organische (funktionelle) Harninkontinenz bei Kindern und Jugendlichen“ kann das Arzneimittel alternativ zur apparativen Verhaltenstherapie angeboten werden. Es soll dann eingesetzt werden, die Voraussetzungen für eine apparative Verhaltenstherapie nicht erfüllt sind oder eine korrekt durchgeführte apparative Verhaltenstherapie nicht erfolgreich war.  
Als Anfangsdosis erhalten Patienten ab 5 Jahre 0,5–1 ml vor dem Schlafengehen ein. Im Unterschied zu den oralen festen Darreichungsformen von Desmopressin kann die flüssige Darreichungsform ohne zusätzliche Flüssigkeit eingenommen werden. Die Behandlungsdauer beträgt bis zu 3 Monate, danach sollte die Einnahme schrittweise reduziert werden.

Wirkweise von Desmopressin

Desmopressin ist ein synthetisches Analogon zum natürlichen, humanen L-Arginin-Vasopressin. Es unterscheidet sich von diesem formal dadurch, dass die Aminogruppe des Cysteins in Position 1 entfernt und das L-Arginin durch das stereoisomere D-Arginin ausgetauscht ist. Diese chemische Veränderung führt dazu, dass die  vasopressorische Wirkung des Moleküls weitgehend verloren, während die antidiuretische Wirkung um ein Vielfaches gesteigert und prolongiert wird.

Nebenwirkungen von Niwinas

Die häufigsten Nebenwirkungen sind Kopfschmerzen und Magen-Darm-Erkrankungen.Sehr selten kommt es zu Hyponatriämie und allergischen Reaktionen

Gegenanzeigen

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile
  • psychogene oder habituelle Polydipsie
  • bestehende oder Verdacht auf Herzinsuffizienz
  • Hyponatriämie oder eine Prädisposition zur Hyponatriämie
  • gleichzeitige Behandlung mit Diuretika
  • mäßige bis schwere Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance < 50 ml/min)
  • unkontrollierter Bluthochdruck
  • SIADH (Syndrom der inadäquaten ADH-Sekretion)

Weitere Details entnehmen Sie bitte der beigefügten Fachinformation.

PDFFachinformation Niwinas

Autor: Ellen Reifferscheid (Apothekerin)

Stand: 04.04.2018

Quelle:

InfectoPharm Arzneimittel u. Consilium GmbH (Fachinformation und Pressemitteilung)

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