Disease-Management-Programm für Depressionen

Wie die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) mitteilt, wurde kürzlich das Disease-Management-Programm für Depressionen beschlossen.

Depression

Erstmals DMP für psychische Erkrankung

Damit wird erstmalig ein solches strukturiertes Behandlungsprogramm für eine psychische Erkrankung zur Verfügung stehen. Bei den vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) beschlossenen Anforderungen wurden diverse Dinge festgelegt, Dazu gehören

  • Kriterien für eine Einschreibung in das Programm
  • Empfehlungen zur individuellen Therapieplanung
  • Empfehlungen zu den Behandlungsmaßnahmen
  • Empfehlungen zum Umgang mit Suizidalität

Außerdem wurden Empfehlungen zur Koordination der verschiedenen, am Behandlungsprozess beteiligten, Fachrichtungen gegeben.

Wer kann teilnehmen?

Das Programm richtet sich an Patienten mit einer unipolaren Depression mit mindestens mittlerem Schweregrad. Dabei muss es sich um die mindestens dritte oder eine über ein Jahr andauernde Erkrankungsepisode handeln. Das Programm ist nicht für Menschen mit aktuell leichter depressiver Episode oder einer erstmalig auftretenden Depression gedacht.

Diagnosestellung durch Arzt oder Psychotherapeuten

Die Diagnose kann vom koordinierenden Arzt oder von einem Psychologischen Psychotherapeuten gestellt werden. Koordinieren können Hausärzte sowie alle für psychische Erkrankungen spezialisierten Fachärzte.

Weitere Schritte

Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) hat jetzt bis November Zeit, den Beschluss des G-BA zu prüfen. Kommt es zu keiner Beanstandung, tritt er in Kraft. Danach können die regionalen Partner Verträge zum neuen DMP vereinbaren.

Autor: Ellen Reifferscheid (Apothekerin)

Stand: 29.09.2019

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