Lacosamid in der Behandlung bei Nav1.7 Small Fiber Neuropathie

In der vorliegenden Studie wurden die Wirksamkeit und Sicherheit von Lacosamid, welches einen vielversprechenden Therapieansatz für die Small Fiber Neuropathie darstellt, untersucht.

Nervenzellen

Hintergrund

Die symptomatische Behandlung der Small Fiber Neuropathie mit Schmerzmitteln ist bislang häufig nicht zufriedenstellend. Das Vorhandensein von spannungsabhängigen Natrium Kanal Mutationen bei dieser Erkrankung (v.a. Mutationen in SCN9A, welches für Nav1.7 kodiert) scheint nun einen vielversprechenden Ansatz für eine spezifische Therapie darzustellen. Das Antikonvulsivum Lacosamid ist ein Medikament, welches die Natriumkanäle Nav1.3, Nav1.7 und Nav1.8 blockiert.

Zielsetzung

Die LENSS-Studie (Lacosamide-Efficacy-’N’-Safety in SFN) untersuchte daher, die Effektivität, Sicherheit sowie Verträglichkeit der Small Fiber Neuropathie-Therapie mittels Lacosamid [1].

Methodik

Die vorliegende Studie wurde randomisiert, Placebo-kontrolliert, doppelblind und im cross-over-Design durchgeführt. Die Studie wurde zwischen November 2014 und Juli 2016 mit Patienten, die an einer Nav1.7 bezogenen Small Fiber Neuropathie litten, durchgeführt.

Die Patienten wurden randomisiert einer Therapieform (Lacosamid versus Placebo) zugeteilt. Sie erhielten entweder acht Wochen lang die Verumtherapie mittels zweimal 200mg Lacosamid gefolgt von acht Wochen Placebobehandlung oder in der umgekehrten Reihenfolge (erst Placebo dann Lacosamid).

Als primärer Endpunkt der Studie wurde die Effektivität der Schmerzreduktion des Medikaments festgesetzt. Diese wurde definiert als der Patientenanteil mit einer durchschnittlichen Schmerzreduktion von einem Skalenpunkt verglichen mit dem Ausgangswert auf der Schmerzskala „Pain Intensity Numerical Rating Scale“.

Ergebnisse

Insgesamt wurden 24 Patienten in die Studie eingeschlossen. Bei 58,3% der Patienten, welche Lacosamid erhielten, reduzierte sich der Schmerz um durchschnittlich mindestens einen Skalenpunkt auf der Schmerzskala. Bei der Placeboeinnahme zeigten nur 21,7% der Patienten eine solche Schmerzreduktion (Sensitivitätsanalyse, Odds Ratio 5,65 [95% Konfidenzintervall 1,83-17,41]; p= 0,00045).

Zudem berichteten 33,3% der Patienten unter der Lacosamid-Therapie über eine Verbesserung der Gesamtsituation, gegenüber von 4,4 % aus der Placebogruppe (p=0,0156). Zudem konnte eine signifikante Reduktion der Schlafbeeinträchtigung sowie der Oberflächenschmerz-Intensität unter Lacosamid gezeigt werden. Es konnten hingegen keine signifikanten Auswirkungen auf die Lebensqualität oder hinsichtlich vegetativer Symptome gefunden werden.

Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Studie darlegt, dass Lacosamid gut toleriert wird und sicher in der Nutzung ist. Es konnte gezeigt werden, dass sie signifikante Auswirkungen auf den Schmerzen, das allgemeine Wohlbefinden sowie die Schlafqualität von Nav1.7 bezogenen Small Fiber Neuropathie-Patienten haben.

Autor: Dr. Philipp Dworschak (Arzt)

Stand: 03.04.2019

Quelle:
  1. De Greef (2019): Lacosamide in patients with Nav1.7 mutations-related small fibre neuropathy: a randomized controlled trial. Brain, DOI: https://doi.org/10.1093/brain/awy329
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