Hängen Brustkrebs und Vitamin D-Mangel zusammen?

Frauen mit kürzlich diagnostiziertem Mammakarzinom haben einen deutlich niedrigeren Vitamin D-Spiegel als Frauen in einer altersgemäßen Kontrollgruppe ohne Brustkrebs.

Vitamin-Molekül

War Vitamin D in den vergangenen Jahren nur in Sachen Osteoporose ein Thema, rückt das fettlösliche Vitamin aufgrund seiner immunologischen Funktionen immer mehr in den Blickpunkt. Schon länger wird ein Zusammenhang zwischen Vitamin D-Mangel und Brustkrebs vermutet. Ein Mechanismus könnte mit der Hemmung mammärer Zellproliferation durch Vitamin D zusammenhängen.

Vitamin D-Spiegel bei Frauen mit frischer Krebsdiagnose

Auf der Suche nach Risikofaktoren für Brustkrebs untersuchten Gynäkologen der Universität Sao Paulo den Vitamin D-Spiegel bei Frauen, denen kurz zuvor die Diagnose Brustkrebs gestellt wurde.

Studienaufbau

Unter der Leitung von Dr. Maria Regina Marrocos Machado untersuchten die Forscher in einer Querschnittsstudie 209 postmenopausale Frauen, bei denen vor 10-20 Tagen Brustkrebs diagnostiziert worden war [1]. Als Kontrolle dienten 418 Frauen ohne Mammakarzinom, die nach Alter und Zeit seit der Menopause mit der Untersuchungsgruppe vergleichbar waren.

Bei beiden Gruppen wurde die 25-Hydroxyvitamin-D-Konzentration im Serum einmal gemessen und als normal (≥ 30 ng/ml), unzureichend (20–29 ng/ml) oder mangelhaft (<20 ng/ml) eingestuft. Die zwei letzteren Kategorien wurden als Vitamin-D-Mangel definiert.

Hohes Vitamin D-Mangel-Risiko bei Brustkrebspatientinnen

Ergebnis:

  • Die Patientinnen mit einem Mammakarzinom wiesen im Vergleich zu den Kontrollpatientinnen höhere Raten von unzureichenden (55,6 % vs. 49,3%; p=0,039) und mangelhaften (26,2% vs. 20,3%; p=0,018) Vitamin D-Spiegeln auf.
  • Die Brustkrebs-Patientinnen waren adipöser als die Frauen der Kontrollgruppe. Der BMI von mehr 30 kg/m2 wurde bei 57,4% der Frauen mit Brustkrebs und nur bei 40,2% der Kontroll-Frauen gemessen. Der Unterschied war statistisch signifikant ( p<0,0001).
  • Daraus ließ sich berechnen, dass die Patientinnen mit Brustkrebs − nach Bereinigung um BMI, Alter und Zeit seit Menopause – ein anderthalbfach größeres Risiko (adjustierte OR:1,52; p=0,029) für niedrige Vitamin D-Konzentrationen trugen im Vergleich zu den brustkrebsfreien Frauen.

Vitamin D substituieren

Damit untermauern die Ergebnisse die wachsende Evidenz über einen Zusammenhang zwischen niedrigem Vitamin-D-Spiegel und der Entstehung von Brustkrebs. Die brasilianischen Gynäkologen schließen daraus, dass besonders bei Frauen die Vitamin D-Spiegel kontrolliert und bei einem Mangel die Substitution in Erwägung gezogen werden sollte.

Autor: Angelika Ramm-Fischer (Ärztin)

Stand: 11.10.2018

Quelle:
  1. Machado et al. (2018): Low pretreatment serum concentration of vitamin D at breast cancer diagnosis in postmenopausal women. Menopause, DOI:10.1097/GME.0000000000001203
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