Brust abtasten

Seit langem sind die Forscher auf der Suche nach den Risikofaktoren für Brustkrebs – nicht zuletzt, weil die Inzidenz dafür steigt. Ebenfalls steigt die Häufigkeit der Insulin-Resistenz. Da liegt es nahe, zu erforschen, ob das Brustkrebsrisiko mit der Ernährung, insbesondere mit dem Zuckerkonsum und der Insulin-Resistenz zusammenhängt. Besonders viel Zucker ist in industriell hergestellten Limonaden. Spanische Forscher haben nun erforscht, ob der Softdrink-Konsum direkt das Risiko für ein Mamma-Karzinom steigert.

Softdrink-Verzehr bei über 10.000 Frauen erfasst

Die Wissenschaftler um Dr. Andrea Romanos-Nanclares von der Universität Navarra in Pamplona untersuchten in ihrer groß angelegten Kohortenstudie SUN (Seguimiento Universidad de Navarra cohort), 10.713 Frauen im mittleren Alter (durchschnittlich 33 Jahre alt), die alle ein Studium absolviert hatten. Zu Beginn der Studie litt keine der Frauen an Brustkrebs. Mithilfe eines umfangreichen 136 Punkte umfassenden Ernährungsfragebogens wurde ermittelt, wie viel an zuckerhaltigen Limonaden von den Frauen getrunken worden war.

Erhöhtes Brustkrebs-Risiko nach den Wechseljahren

Innerhalb der Nachbeobachtungszeit (106,189 Personenjahre) erkrankten 100 Frauen an Brustkrebs. Besonders häufig waren diese Fälle in der Altersgruppe, die bereits die Wechseljahre erreicht hatte. Für diese Frauen konnte in der statistischen Analyse (Cox Regression Modell) ein Zusammenhang zwischen dem Brustkrebsrisiko und dem Trinken von Softdrinks verifiziert werden: denn postmenopausale Frauen, die regelmäßig Softdrinks zu sich nahmen, erkrankten deutlich häufiger an Brustkrebs als Frauen, die nur selten oder nie Softdrinks getrunken hatten. Diese Korrelation ließ sich (noch) nicht für die jüngeren Teilnehmerinnen feststellen.

Da auch das Alter ein Risikofaktor ist, konnten in der noch ziemlich jungen Studiengruppe nur relativ wenige Fälle von Mamma-Karzinomen diagnostiziert werden. Nach Ansicht der Autoren sind daher weitere Studien nötig, um den Zusammenhang zwischen dem Limonaden-Verzehr und dem Brustkrebsrisiko zu bestätigen.

Autor: Angelika Ramm-Fischer (Ärztin)

Stand: 14.11.2018

Quelle:
  1. Romanos-Nanclares et al. (2018):  Sugar-sweetened beverage consumption and incidence of breast cancer: the Seguimiento Universidad de Navarra (SUN) Project. European Journal Nutrition, DOI: 10.1007/s00394-018-1839-2