Erhöhte Ki-67-Expression: schlechtere Prognose bei kolorektalem Karzinom

Die vorliegende Studie untersuchte die Aussagekraft von Ki-67 als prognostischer prädiktiver Marker für das Überleben von Patienten mit einem kolorektalen Karzinom.

Ultraschall Abdomen

Hintergrund

Das kolorektale Karzinom gehört zu den häufigsten Krebserkrankungen und ist die vierthäufigste Ursache für krebsbedingte Todesfälle. Obwohl einige klinische Prognosemarker, unter ihnen das Tumorstadium, Tumornekrose, Gefäßinvasion des Tumors und Differenzierungsstatus bekannt sind, fehlen verlässliche Marker um die klinische Prognose von Patienten, die an einem kolorektalen Karzinom erkrankt sind, ausreichend einzuschätzen.

Das Ki-67-Antigen scheint ein möglicher Kandidat für einen prädiktiven Marker zu sein und steht daher seit einiger Zeit im Fokus der Wissenschaft. Zum aktuellen Zeitpunkt liegen bezüglich der prognostischen Aussagekraft des Ki-67 bei kolorektalen Karzinompatienten jedoch noch widersprüchliche Daten vor.

Zielsetzung

Das Ziel der vorliegenden Meta-Analyse war es daher, die Wertigkeit von Ki-67 als prognostischen Marker betreffend des Überlebens von Patienten mit einem kolorektalen Karzinom zu untersuchen.

Methodik

Für die vorliegende Studie wurden insgesamt vier medizinische Datenbanken (EMBASE, PubMed, Web of Knowledge, Cochrane Library) nach passenden Studien im Zeitraum von 1990 bis Juli 2017 durchsucht.

Es wurden nur humane Studien, bei denen die Diagnose kolorektales Karzinom pathologisch gesichert wurde, die Ki-67-Expression via Immunhistochemie untersucht wurde sowie ausreichend Daten zum Überleben der Patienten vorhanden waren (z.B. Hazard ratio und 95% Konfidenzintervall), eingeschlossen.

Die Qualität der in Frage kommenden Studien und damit auch die Entscheidung, ob die Studien in die Meta-Analyse einbezogen werden konnten, wurden von zwei Reviewern unabhängig voneinander bewertet.

Ergebnisse

Insgesamt zeigten die Datenbanken der Studiengruppe initial 410 Artikel (davon 204 doppelte Artikel) an, die für die Meta-Analyse zunächst in Frage kamen. Nachdem die Abstracts der Studien gescreent wurden, konnten 159 Artikel ausgeschlossen werden. Es verblieben 47 Artikel, bei denen der komplette Text gelesen wurden, von denen wiederum 13 ausgeschlossen wurden.

Insgesamt blieben also 34 Studien zum Einschluss in die Meta-Analyse übrig. Mit Hilfe dieser Analyse wurden die Daten von 6180 Patienten mit kolorektalem Karzinom ausgewertet.

Die mittlere Nachbeobachtungsdauer (Follow Up-Zeit) reichte von 23 bis 130 Monaten. Die Hazard Ratio betrug 1,54 (95% Konfidenzintervall 1,17-2,02, P=0,005) für das Gesamt-Überleben bzw. 1,43 (95% Konfidenzintervall 1,12-1,83, P=0,008) für das krankheitsfreie Überleben in der univariaten Analyse. In der multivariaten Analyse zeigte sich für das Gesamtüberleben eine Hazard Ratio von 1,50 (95% Konfidenzintervall 1,02-2,22, p=0,03).  

Fazit

Die Ergebnisse der vorliegenden Meta-Analyse zeigen, dass eine hohe Ki-67-Expression mit einem geringeren Gesamt-Überleben und krankheitsfreiem Überleben korreliert sind. Die Höhe der Ki-67-Expression könnte damit helfen, die Prognose von kolorektalen Karzinompatienten besser einzuschätzen.

Die Autoren der Analyse geben jedoch zu bedenken, dass die einzelnen eingeschlossenen Studien unterschiedliche Grenzwerte, Behandlungsstrategien und Einschlusskriterien aufweisen und zudem eine gewisse Publikationsbias vorliegen könnte. Die Ergebnisse sollten daher mit Vorsicht interpretiert werden.

Autor: Dr. Ute Walliczek-Dworschak (Ärztin)

Stand: 28.02.2019

Quelle:
  1. Luo et al. (2019): Increased expression of Ki-67 is a poor prognostic marker for colorectal cancer patients: a meta analysis. BMC Cancer, DOI: https://doi.org/10.1186/s12885-019-5324-y
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