Laparoskopische distale Gastrektomie bei lokal fortgeschrittenem Magenkarzinom?

Die vorliegende Studie verglich die laparoskopische distale Gastrektomie mit der offenen Gastrektomie beim lokal fortgeschrittenen Magenkarzinom des mittleren oder unteren Magendrittels in Bezug auf das onkologische Outcome.

Magen Darm Trakt

Hintergrund

Eine laparoskopische distale Gastrektomie gilt bei Magenkrebs des mittleren oder unteren Magendrittels in frühen Stadien als effektiver im Vergleich zur konventionell offenen distalen Gastrektomie. Ihr Wert in der Therapie bei lokal fortgeschrittenen Magenkarzinomen ist hingegen bisher nicht geklärt.

Zielsetzung

In der Studie wurde untersucht, ob eine laparoskopische distale Gastrektomie im Vergleich zur offenen distalen Gastrektomie bei Patienten mit lokal fortgeschrittenem Magenkrebs ein schlechteres onkologisches Outcome (3-Jahres-krankheitsfreies Überleben) erzielt.

Methodik

Die vorliegende Multicenter-Studie wurde open-label, randomisiert zwischen September 2012 und Dezember 2014 durchgeführt. Die letzte Nachuntersuchung der teilnehmenden Patienten war am 31. Dezember 2017. Insgesamt wurden 1.056 Magenkarzinom-Patienten zwischen 18 und 75 Jahren, die sich in den klinischen Stadien T2, T3, oder T4a (Stadien Ib-IIIc) befanden, eingeschlossen. Die Patienten durften keine Fernmetastasen oder vergrößerte regionale Lymphknoten (>3cm in der präoperativen Bildgebung) aufweisen.

Die Patienten wurden 1:1 auf die beiden Gruppen laparoskopische Gastrektomie versus offene Gastrektomie randomisiert, nachdem eine Stratifizierung entsprechend der Seite, Alter, Tumorstadium und der Histologie stratifiziert wurde. In der laparoskopischen distalen Gastrektomiegruppe befanden sich 528 Patienten. Die gleiche Patientenanzahl wurde in die offene distale Gastrektomie-Gruppe eingeschlossen. Beide Gruppen erhielten zudem eine D2-Lymphadenektomie.

Der primäre Studienendpunkt war das 3-Jahres-krankheitsfreie Überleben mit einer Nichtunterlegenheits-Grenze von -10%. Sekundäre Studienendpunkte waren das 3-Jahres-Gesamtüberleben und der Rezidivstatus der Patienten.

Ergebnisse

In der Studie wurden 1.056 Patienten eingeschlossen, bei denen ein klinisch lokal fortgeschrittenes Magenkarzinom vorlag. 1.039 dieser Patienten erhielten eine Operation (laparoskopische distale Gastrektomie [n=519] versus offene distale Gastrektomie [n=520]). Das mittlere Alter der Patienten betrug 56,2 Jahre. Insgesamt 999 (94,6%) Patienten beendeten die Studie. 160 Patienten verstarben im Beobachtungszeitraum. Die 3-Jahres-krankheitsfreie Überlebensrate betrug 76,5% bei der laparoskopischen versus 77,8% bei der offenen Gastrektomie. Die Differenz betrug -1,3% (einseitiges 97,5% Konfidenzintervall -6,5% - ∞) und überschritt somit nicht die Nichtunterlegenheits-Grenze von 10%.

Der Unterschied der 3-Jahres-Gesamtüberlebensrate der laparoskopischen OP versus offener Gastrektomie betrug 83,1% versus 85,2% (Hazard Ratio 1,19; 95% Konfidenzintervall 0,87-1,64; p=0,28). Die kumulative Rezidiv-Inzidenz der 3 Jahre Nachuntersuchungszeit unterschied sich nicht signifikant zwischen der laparoskopischen und der offenen Gastrektomie (18,8% versus 16,5%, Subhazard Ratio 1,15; 95% Konfidenzintervall 0,86-1,54; p=0,35). Der Klinikaufenthalt hat sich bei der laparoskopischen Operation im Vergleich zum offenen Vorgehen um einen Tag verkürzt und betrug noch 9 Tage.

Fazit

Die Studiengruppe um Yu schloss aus ihren Ergebnissen, dass eine laparoskopische Gastrektomie für Patienten mit lokal fortgeschrittenem Magenkarzinom evaluiert werden sollte, da sich das 3-Jahres-krankheitsfreie Überleben zwischen beiden Operationsverfahren nicht signifikant unterscheidet.

Autor: Dr. Philipp Dworschak (Arzt)

Stand: 19.06.2019

Quelle:

Yu et al. (2019): Effect of Laparoscopic vs Open Distal Gastrectomy on 3-Year Disease-Free Survival in Patients With Locally Advanced Gastric Cancer. JAMA, DOI: 10.1001/jama.2019.5359

  • Auf Whatsapp teilenTeilen
  • Auf Facebook teilen Teilen
  • Auf Twitter teilenTeilen
  • MerkenMerken
  • DruckenDrucken
  • SendenSenden
Anzeige

Onkologie-Kongresse

Onkologie

Pharma News

Ärztliche Fachgebiete

Orphan Disease Finder

Orphan Disease Finder

Hier können Sie seltene Erkrankungen nach Symptomen suchen:

 

Newsletter