ASCO 2019: Erfolgsversprechende Ergebnisse für Immuntherapie mit Pembrolizumab

Erfolg versprechende Daten für Pembrolizumab bei verschiedenen Indikationen wie NSCLC, Magenkarzinom und Adenomkarzinom des ösophagogastralen Übergangs.

Pembrolizumab

Im Rahmen des Studienprogramms KEYNOTE wird der Immuncheckpoint-Inhibitor Pembrolizumab als Therapiebestandteil in verschiedenen Kohorten von Patienten mit soliden und hämatologischen Neoplasien untersucht. Auf dem ASCO-Kongress wurden neue Erkenntnisse und Fortschritte vorgestellt, die die Wirksamkeit und Sicherheit von Pembrolizumab belegen.

Studie KEYNOTE-001

Unter anderem wurden im Kontext der KEYNOTE-001-Studie die 5-Jahresdaten zum nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) vorgestellt. 449 vorbehandelte und 110 zuvor unbehandelte Patienten mit lokal fortgeschrittenem NSCLC erhielten eine Monotherapie mit Pembrolizumab. Nach einer medianen Nachbeobachtungszeit von 60,6 Monaten lag die 5-Jahres-OS-Rate für die behandlungsnaiven Patienten bei 29,6% bei den Patienten mit hoher PD-L1-Expression (TPS ≥ 50%) und bei 15,7% für die Patienten mit TPS ≥ 1-49% bei einem medianen Überleben von 35,4 (TPS ≥ 50%) bzw. 19,9 Monaten (TPS ≥ 1-49%). Bei den vorbehandelten Patienten ergaben sich vergleichbare Überlebensdaten. Für Patienten, die mindestens 2 Jahre lang Pembrolizumab erhalten hatten, betrug die 5-Jahres-OS-Rate 78,6% für die behandlungsnaiven (n=14) und 75,8% für die vorbehandelten Patienten (n=46) bei einer Gesamtansprechrate von 86% bzw. 91%.1

Studie KEYNOTE-048

Die finalen Daten der randomisierten Phase-III-Studie KEYNOTE-048 zeigen erfolgsversprechende Daten für Pembrolizumab in Kombination mit einer platinbasierten Chemotherapie oder als Monotherapie im Vergleich zum Therapiestandard EXTREME (Platin, 5-FU und Cetuximab) bei Patienten mit rezidivierenden oder metastasierenden Plattenepithelkarzinomen der Kopf-Hals-Region (r/mHNSCC). 882 Patienten mit r/mHNSCC, die zuvor noch keine systemische Therapie erhalten hatten, erhielten randomisiert entweder Pembrolizumab (P), P plus C (Cisplatin oder Carboplatin) oder EXTREME (E). Die P-Monotherapie war bei PD-L1-Hochexprimierern (CPS ≥ 20) dem E-Regime hinsichtlich des OS überlegen (HR 0,61), ebenso bei der Population CPS ≥ 1 (HR 0,78). In der Gesamtpopulation erwies sich die Immuntherapie gegenüber der Chemotherapie als nicht unterlegen (medianes OS 11,5 vs 10,7 Monate; HR 0,83).

PA Pembrolizumab Keynote 048 Studie

Das Sicherheitsprofil der P-Monotherapie war wesentlich günstiger als das der Chemotherapie. Die Studiendaten ebnen nach Ansicht der Autoren den Weg für einen neuen Therapiestandard in der Erstlinie unter Beteiligung des Immuncheckpoint-Inhibitors.2

Studie KEYNOTE-062

In der Studie KEYNOTE-062 erhielten 763 Patienten mit PD-L1-positivem (CPS ≥ 1) und HER2-negativem fortgeschrittenem oder metastasiertem Adenokarzinom des ösophagogastralen Übergangs (G/GEJ-Karzinom) entweder eine Monotherapie mit Pembrolizumab oder eine Kombination aus Pembrolizumab plus platinbasierter Chemotherapie oder Placebo plus Chemotherapie. Nach einer medianen Nachbeobachtungszeit von 11,3 Monaten resultierte die initiale Monotherapie mit Pembrolizumab bei den Patienten mit CPS ≥ 1 in einem nicht unterlegenen OS im Vergleich zur Standard-Chemotherapie. Bei den Patienten mit einer hohen PD-L1-Expression (CPS ≥ 10) wurde unter der immunonkologischen Behandlung sogar eine Verbesserung des Überlebens gegenüber der Chemotherapie dokumentiert (median 17,4 vs., 10,8 Monate; HR 0,69).

PA Pembrolizumab Keynote 062

Anders als die Pembrolizumab-Monotherapie erbrachte die kombinierte Chemoimmuntherapie gegenüber der reinen Chemotherapie hinsichtlich des OS keine Vorteile, auch nicht bei Patienten mit CPS ≥ 10. Die Autoren zogen aus den vorliegenden Daten den Schluss, dass die Front-Line-Behandlung mit Pembrolizumab wirksam ist und eine neue Möglichkeit für Patienten mit fortgeschrittenem Magenkarzinom und Adenokarzinom des ösophagogastralen Übergangs bietet, die gegenüber der Chemotherapie mit deutlich besserer Verträglichkeit punktet.3

Autor: Jasmin Kurowsky, DER PA ONKOLOGIE & HÄMATOLOGIE

Stand: 12.08.2019

Quelle:
  1. Garon EB et al. J Clin Oncol 37, 2019 (suppl; abstr LBA 9516)
     
  2. Rischin D et al. J Clin Oncol 37, 2019 (suppl; abstr 6000)
     
  3. Tabernero J et al. J Clin Oncol 37, 2019 (suppl; abstr LBA4007)
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