PET/CT zum initialen Staging bei Hodgkin-Lymphom

Ab April 2019 kann das PET/CT zum initialen Staging bei Hodgkin-Lymphomen zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung erfolgen. Eine leitliniengerechte Versorgung der Patienten wird dadurch vereinfacht.

CT

Wie die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) berichtet, kann die Positronenemmissionstomographie (PET) in Verbindung mit einer Computertomographie (PET/CT) ab April 2019 zum initialen Staging bei Patienten mit Hodgkin-Lymphom zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung eingesetzt werden [1].

Exaktes Staging ohne Knochenmarkpunktion

Das PET/CT erlaubt eine möglichst exakte Stadieneinteilung. Auch eine Aussage darüber, ob das Knochenmark befallen ist oder nicht, kann getroffen werden – ohne eine invasive Knochenmarkpunktion durchzuführen.

Vereinfachung der leitliniengerechten Versorgung

Mit diesem Beschluss wird eine leitliniengerechte Versorgung der Patienten vereinfacht. In der aktuellen S3-Leitlinie „Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Hodgkin Lymphoms bei erwachsenen Patienten“ aus dem Jahr 2018 wird das PET/CT zur Diagnostik - neben Anamnese, körperlicher Untersuchung, Labor und anderen bildgebenden Verfahren (CT [mit Kontrastmittel] des Halses, Thorax und Abdomen, Röntgen-Thorax) – genannt [2].

Weiterhin heißt es in der Leitlinie: „Beim Ausschluss eines Knochenmarkbefalls im PET/CT soll auf eine Knochenmarkbiopsie verzichtet werden“. Die Autoren der Leitlinie berufen sich hier auf mehrere Studien, die den Vorteil eines PET/CT zur initialen Stadieneinteilung gegenüber der Knochenmarkbiopsie belegen. Dies schlägt sich auch in den Empfehlungen internationaler Leitlinien (Lugano-Kriterien) nieder.

Einsatz von PET und PET/CT zunehmend

Bei welchen Indikationen ein PET/CT zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung eingesetzt werden darf, beschließt der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA). Bereits seit Mai 2018 ist das PET/CT zum Interim-Staging (Stadieneinteilung nach Vorbehandlung) bei Patienten mit fortgeschrittenem Hodgkin-Lymphom zugelassen [3]. Außerdem tragen die gesetzlichen Krankenversicherungen die Kosten eines PET/CT auch bei im CT darstellbaren Resttumoren eines Hodgkin-Lymphoms mit einem Durchmesser über 2,5 cm nach bereits erfolgter Chemotherapie, um über eine Bestrahlung zu entscheiden.

Weitere zugelassene Indikationen umfassen verschiedene Entitäten bei Lungenkrebs, beispielsweise:

  • Bestimmung des Tumorstadiums von primären nichtkleinzelligen Lungenkarzinomen (NSCLC) inkl. Detektion von Fernmetastasen
  • Nachweis von Rezidiven, ein begründeter Verdacht vorausgesetzt, bei primärem NSCLC.

Daneben kann ein PET/CT unter bestimmten Voraussetzungen auch bei fortgeschrittenen Kopf-Hals-Tumoren, Larynxkarzinomen und malignen Lymphomen bei Kindern und Jugendlichen zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung erfolgen.

Autor: Dr. Melanie Klingler

Stand: 26.02.2019

Quelle:
  1. Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), Praxisnachrichten, 21.02.2019
     
  2. S3-Leitlinie „Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Hodgkin Lymphoms bei erwachsenen Patienten“, Langfassung, abgerufen am 26.02.2019
     
  3. Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA), Pressemitteilung, 17.05.2018
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