Aktueller Hormonersatz in Menopause birgt hohes Brustkrebsrisiko

Eine aktuelle Hormonersatztherapie verdoppelt das Brustkrebsrisiko. Dieses Risiko verliert sich aber, denn bei Frauen, die in der Vergangenheit gegen die Wechseljahresbeschwerden Hormone eingenommen hatten, war kein erhöhtes Risiko für ein Mammakarzinom nachweisbar.

Risikomanagement

Für Frauen, die in der Menopause sehr unter Hitzewallungen, Schweißausbrüchen, Depressionen oder Schlafstörungen leiden, gilt die Hormonersatztherapie (hormon replacement therapy =HRT) als probate Behandlungsoption. Seit anfänglicher Euphorie bei der Einführung der HRT, hat sich allerdings Ernüchterung eingestellt. Vor allem das gesteigerte Thromboserisiko gilt hier als einschränkender Faktor bei der HRT.

Datenmaterial der CLEAR-Studie

Immer wieder wird auch ein erhöhtes Brustkrebsrisiko unter HRT diskutiert. Was es damit auf sich hat, wurde nun von einer australischen Arbeitsgruppe unter Leitung von Dr. Usha Salagame vom Cancer Council, New South Wales in Sydney (Australien), unter die Lupe genommen [1]. Die Forscher analysierten dabei die Daten der CLEAR-Studie („New South Wales (NSW) Krebslebensstil und Risikobewertung“). Daraus filterten sie für ihre Kohortenstudie die Daten von 399 registergeprüften Brustkrebsfällen mit bekanntem Rezeptorstatus und 324 krebsfreien Kontrollpatientinnen heraus und vergleichen sie miteinander.

Zweifach erhöhtes Risiko bei andauernder HRT

Ergebnis: Eine aktuelle (vs. gar keine) HRT-Verwendung ist mit einem höheren Risiko für Brustkrebs jeden Subtyps assoziiert (adjustiertes Odds Ratio [aOR]: 1,98; 95 %-KI: 1,27–3,11).  Für Frauen, die in der Vergangenheit wegen Wechseljahresbeschwerden Hormone eingenommen hatten, ergab sich kein gesteigertes Brustkrebsrisiko verglichen mit Frauen, die nie eine HRT erhalten hatten.  

Subtyp ER+/PR+/HER2- besonders gefährlich

Die Wissenschaftler analysierten das gesteigerte Brustkrebsrisiko unter laufender HRT aber noch weiter nach den verschiedenen Rezeptor-Typen des Mammakarzinoms. Demzufolge ist eine aktuelle (vs. gar keine) HRT-Verwendung mit einem noch höheren Risiko für diese Brustkrebs-Subtypen assoziiert:

  • ER+ Subtyp (aOR: 2,04; 95 %-KI: 1,28–3,24).
  • ER+/PR+ Subtyp (aOR: 2,29; 95 %-KI: 1,41–3,72).
  • ER+/PR+/HER2- Subtyp (aOR: 2,30; 95 %-KI: 1,42–3,73).

Nicht assoziiert ist eine aktuelle HRT-Verwendung mit den anderen ER-, ER/PR- oder ER/PR/HER2-Subtypen.

Nach Ansicht der australischen Onkologen stützt das Ergebnis die Empfehlung, eine Hormonersatztherapie auf die kürzest mögliche Dauer und auf Frauen mit schweren menopausalen Symptomen zu beschränken.

Autor: Angelika Ramm-Fischer (Ärztin)

Stand: 06.12.2018

Quelle:
  1. Salagame et al. (2018):  Menopausal Hormone Therapy use and breast cancer risk by receptor subtypes: Results from the New South Wales Cancer Lifestyle and EvaluAtion of Risk (CLEAR) study. PLoS One, DOI: 10.1371/journal.pone.0205034
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