Sacituzumab Govitecan-hziy bei metastasiertem triple-negativem Mammakarzinom

Die vorliegende Studie untersuchte den Nutzen des Antikörper-Wirkstoff-Konjugats Sacituzumab Govitecan-hziy bei metastasierten, bereits vorbehandelten triple-negativen Mammakarzinom-Patientinnen.

Brustkrebs

Hintergrund

Etwa 15% der invasiven Mammakarzinome exprimieren weder den Progesteron-, noch den Östrogen- oder den HER2-Rezeptor. Sie werden als triple-negativ bezeichnet. Bei Patienten, die diese Tumorart im Metastasierungsstadium aufweisen und bereits vorbehandelt sind, zeigt eine Standard-Chemotherapie nur eine geringe Ansprechrate mit einem kurzen Progressions-freien Überleben. Es konnte gezeigt werden, dass ein Antikörper-Wirkstoff-Konjugat, Sacituzumab Govitecan-hziy, hohe Konzentrationen von SN-38, einem aktiven Metaboliten des Chemotherapeutikums Irinotecan, zum Tumor bringen kann.

Zielsetzung

Das Ziel der vorliegenden Phase-1/2-Studie war es daher, das Outcome nach einer Therapie mit Sacituzumab Govitecan-hziy bei metastasiertem triple-negativem Mammakarzinom zu untersuchen [1].

Methodik

In die Multicenterstudie wurden insgesamt108 Patienten eingeschlossen. Diese erhielten den Wirkstoff Sacituzumab Govitecan-hziy, nachdem sie bereits mit mindestens zwei Therapien gegen ihren metastatischen triple-negativen Brustkrebs vorbehandelt worden waren.

Sie erhielten das Antikörper-Wirkstoff-Konjugat (10mg/kg KG i.v.) an Tag 1 und 8 des 21-tägigen Zyklus, bis zu dem Zeitpunkt, an dem es zu einer Progression der Krankheit kam oder nicht akzeptable toxische Nebeneffekte auftraten.

Die Endpunkte der Studie beinhalteten die Sicherheit der Therapie, die objektive Ansprechrate (gemäß der „Response Evaluation Criteria in Sold Tumors“), die Dauer des Ansprechens, die klinische Benefit-Rate (definiert als komplettes oder partielles Ansprechen oder „stable disease“ für mindestens 6 Monate), das Progressions-freie Überleben und das Gesamtüberleben. Die Post-Hoc Analysen bestimmten die Ansprechrate und Dauer.

Ergebnisse

Alle der 108 Patienten erhielten im Median drei vorherige Therapien (Range: 2-10). Vier Patienten starben während der Behandlung, drei Patienten (2,8%) brachen die Therapie aufgrund von unerwünschten Wirkungen ab. Zu unerwünschten Ereignissen der Grade 3 und 4 kam es bei insgesamt 85 Patienten. Grad 3 bzw. 4 der unerwünschten Wirkungen umfassten vor allem eine Anämie und Neutropenie. Die Ansprechrate  des Antikörper-Wirkstoff-Konjugats lag bei 33,3% (95% Konfidenzintervall 24,6-43,1). Bei drei Patientinnen sprach die Therapie komplett an, bei 33 kam es zu einem Teilansprechen. Die mediane Ansprechdauer betrug 7,7 Monate (95% Konfidenzintervall 4,9-10,8).

45,4% der Patientinnen zeigten einen klinischen Nutzen von der Therapie (klinische Benefit-Rate). Die mediane Progressions-freie Überlebensrate lag bei 5,5 Monate (95% Konfidenzintervall 4,1-6,3) und das Gesamtüberleben betrug 13 Monate (95% Konfidenzintervall 11,2-13,7).

Fazit

Die Therapie mit dem Antikörper-Wirkstoff-Konjugat war mit einem dauerhaften objektiven Ansprechen bei vorbehandelten dreifach-negativen Brustkrebs-Patientinnen assoziiert. Die Hauptnebenwirkungen dieser Therapie waren myelotoxischer Natur.

Autor: Dr. Ute Walliczek-Dworschak (Ärztin)

Stand: 14.03.2019

Quelle:
  1. Bardia et al. (2019): Sacituzumab Govitecan-hziy in Refractory Metastatic Triple Negative Breast Cancer. New England Journal of Medicine, DOI: 10.1056/NEJMoa1814213
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