Apixaban reduziert venöse Thromboembolierate bei Tumorpatienten

In der vorliegenden Studie wurden die Effektivität und Sicherheit von Apixaban zur Thromboembolieprophylaxe bei Tumorpatienten mit einem intermediär bis hohen Thromboemobolierisiko untersucht.

Thrombose an den Beinen

Hintergrund

Patienten, die an einer aktiven Krebserkrankung leiden, haben ein erhöhtes Risiko eine venöse Thromboembolie zu entwickeln. Daraus resultieren eine erhebliche Morbidität, Mortalität und Gesundheitskosten. Der Khorana-Score (Range 0-6; 0 zeigt das niedrigste Thromboembolierisiko an und 6 das höchste) wurde validiert, um Krebspatienten zu identifizieren, die ein erhöhtes Risiko für Thromboembolien aufweisen.

Zielsetzung

Die vorliegende randomisierte, Placebo-kontrollierte, doppelblinde Studie wurde zur Untersuchung der Effektivität und Sicherheit von Apixaban (Eliquis ® 2 x tgl. 2,5mg) als Thromboseprophylaxe durchgeführt [1].

Methodik

In die vorliegende Studie wurden nur ambulante Tumorpatienten mit begonnener Chemotherapie eingeschlossen. Voraussetzung für den Einschluss in die Studie war zudem ein intermediäres bis hohes Risiko für Thromboembolien gemäß dem Khorana-Score (>2).

Das primäre Outcome bezüglich der Effektivität waren objektiv dokumentierte venöse Thromboembolien innerhalb der Follow-up-Zeit von 180 Tagen. Das primäre Outcome bezüglich der Sicherheit war eine schwere Blutungsepisode.

Ergebnisse

Insgesamt wurden von den ursprünglich 574 randomisierten Patienten 563 Patienten in die modifizierte Intention-to-treat-Analyse eingeschlossen. Bei 4,2% (12/288) der mit Apixaban behandelten Patienten traten venöse Thromboembolien auf, gegenüber 10,2% (28/275) der mit Placebo behandelten Patienten (Hazard Ratio 0,41; 95% Konfidenzintervall 0,26-0,65; p<0,001).

Zudem konnte gezeigt werden, dass Major-Blutungen 3,5% (10 Patienten) der Apixaban-Gruppe und 1,8% (5 Patienten) der Placebo Gruppe betrafen (Hazard Ratio 2,00; 95% Konfidenzintervall 1,01-3,95; p=0,046).

Während der Behandlungsperiode traten schwere Blutungen bei 2,1% (6 Patienten) der Patienten der Apixaban-Gruppe gegenüber 1,1% (3 Patienten) der Placebogruppe auf (Hazard Ratio 1,89; 95% Konfidenzintervall 0,39-9,24).

Fazit

Die Studie zeigte, dass die Patienten, die mittels Apixaban behandelt wurden, eine signifikant geringere Rate an venösen Thromboembolien zeigten im Vergleich zur Placebogruppe. Die Rate an schweren Blutungsereignissen war unter der Apixaban-Therapie höher im Vergleich zur Placebotherapie. Die Blutungen waren therapierbar und es traten hierdurch keine verursachten Todesfälle auf.

Autor: Dr. Philipp Dworschak (Arzt)

Stand: 10.04.2019

Quelle:
  1. Carrier et al. (2019): Apixaban to Prevent Venous Thromboembolism in Patients with Cancer. N Engl J Med, DOI: 10.1056/NEJMoa1814468
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