Yoga verbessert Lebensqualität von Krebspatienten

Ein Review randomisierter kontrollierter Studien zeigt positive Effekte auf die Lebensqualität bei Krebspatienten, die während und nach Beendigung ihrer Therapie Yoga praktizierten. Neben der verbesserten Lebensqualität zeigten sich auch positive Effekte bei Fatigue und Stressbewältigung.

Yoga

Hintergrund

In Anbetracht der weltweiten Zunahme von Krebserkrankungen, sind immer mehr Menschen von onkologischen Erkrankungen betroffen. Sowohl während der Therapie als auch in der Folgezeit treten psychische und körperliche Belastungen, etwa Depression, Fatigue, Schlafstörungen oder Schmerzen, vermehrt auf.

Zur Unterstützung von Krebspatienten rückt Yoga als komplementärer Ansatz zunehmend in den Fokus. Zahlreiche Studien haben positive Effekte im Management von mit der Krebserkrankung assoziierten Symptomen gezeigt, sowohl während als auch nach der Therapie. Deshalb sollten behandelnde Ärzte und Patienten die möglichen Vorteile und die Limitation von Yoga bei Krebspatienten kennen.

Zielsetzung

Ein Team um Dr. Suzanne Danhauer von der Wake Forest School of Medicine in Winston-Salem (USA) hat in einem Review 29 randomisierte kontrollierte Studien analysiert, die sich mit Yoga bei Krebspatienten (sowohl während als auch nach der Therapie) beschäftigten [1].

Methodik

Die Autoren suchten in verschiedene Datenbanken, unter anderem PubMed, CINHAL (Cumulative Index of Nursing and Allied Health), MEDLINE und PsycINFO, nach den Begriffen „Yoga“, „Krebs“ und verwandten medizinische Schlagwörter (z. B. Neoplasie). Eingeschlossen wurden randomisierte klinische Studien zu Yoga, wobei sowohl Körperübungen (asanas) als auch Atemtechniken (pranayama) vermittelt werden mussten. Weiterhin mussten die Teilnehmer erwachsene Patienten mit einer aktuellen oder zurückliegenden Krebserkrankung sein, unabhängig vom Behandlungsstatus. Die Ergebnisse mussten in einem englischsprachigen Journal mit Peer Review Verfahren publiziert sein.

Ausgeschlossen wurden Studien, in denen die Teilnehmer ausschließlich in Meditation angeleitet wurden oder wenn Yoga Teil eines multimodalen Programmes (z. B. MBSR [Mindfulness-based Stress Reduction]) war. Studien, die darauf ausgelegt waren, lediglich die Machbarkeit und/oder Akzeptanz von Yoga bei Krebspatienten zu prüfen, wurden ebenfalls ausgeschlossen.

Ergebnisse

Insgesamt gingen 29 Studien in die Auswertung mit ein. Davon untersuchten 13 Studien die Wirkung von Yoga während einer Krebstherapie, 12 Studien nach einer Krebstherapie und vier Studien sowohl während als auch nach der Therapie.

Die Vergleichsgruppen in den Studien waren heterogen und umfassten Patienten, die Sport betrieben, solche, die auf einer Warteliste für einen Yogakurs standen und Patienten, die lediglich die Standardtherapie erhielten.

Der größte Teil der Studienteilnehmer waren Patientinnen mit Brustkrebs. Eine Studie untersuchte die Wirkung bei Patienten mit Prostatakrebs und je eine weitere Studie bei Lymphom-Patienten bzw. Patienten mit Darmkrebs.

Die Art und Dauer der Yogapraxis variierte stark zwischen den einzelnen Studien. Es wurden verschiedene Yoga-Stile praktiziert und die Dauer einer einzelnen Kurseinheit lag zwischen 60 und 120 Minuten. Auch die Kursdauer war sehr heterogen und reichte von vier Wochen bis zu sechs Monaten. Meist wurde Yoga in einem Gruppenkurs praktiziert und häufig wurden die Teilnehmer aufgefordert auch außerhalb der Kurse im häuslichen Umfeld zu üben.

Positive Effekte auf die Lebensqualität

Fünf von sechs Studien zeigten positive Auswirkungen der Yogapraxis auf die allgemeine Lebensqualität und hier vor allem auf das körperliche, emotionale, soziale und kognitive Wohlbefinden.

Ein signifikanter Rückgang der Fatigue wurde in fünf von acht Studien beobachtet.

Reduktion von Biomarkern für Stress

Einige Studien zeigten auch eine Verbesserung des Stressempfindens. Dies wurde durch die Abnahme von Biomarkern (z. B. Cortisol) objektiviert. Keine  der untersuchten Studien zeigte schwere unerwünschte Ereignisse, die auf die Yogapraxis zurückzuführen waren.

Fazit

Trotz der Limitationen der Studie (teils kleine Studienpopulation, verschiedene Yoga-Stile und unterschiedliche Kursdauer, überwiegend Brustkrebspatientinnen) zeigte sich eine deutliche Evidenz für die Vorteile von Yoga bei Krebspatienten während und nach der Therapie. Yoga führte zur Verbesserung zahlreicher Aspekte der Lebensqualität, krebsassoziierter Symptome, psychologischer Outcomes und wichtiger Biomarker (Cortisol, proinflammatorische Zytokine). Außerdem traten keine schwerwiegenden Nebenwirkungen auf.

Kriterien zur Auswahl von Yogalehrern und Therapeuten

In Deutschland wird Yoga für Krebspatienten bereits in einigen onkologischen Zentren angeboten. Äußern Patienten den Wunsch Yoga im Rahmen ihrer Krebserkrankung in die Therapie zu integrieren, ist bei der Auswahl der Yogalehrenden und Yogatherapeuten zu beachten, dass dies keine geschützten Berufe sind und keine einheitlichen Ausbildungsstandards definiert sind.

Eine Übersicht zu zertifizierten Lehrern und Therapeuten, die eine fundierte Ausbildung mit hohen Standards durchlaufen haben, finden sich u.a. beim Berufsverband der Yogalehrenden in Deutschland (BDY) und bei der Deutschen Gesellschaft für Yogatherapie (DeGYT).

Autor: Dr. Melanie Klingler

Stand: 09.05.2019

Quelle:
  1. Danhauer et al. (2019): Yoga for Symptom Management in Oncology: A Review of the Evidence Base and Future Directions for Research. Cancer, DOI: https://doi.org/10.1002/cncr.31979
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