Masernausbruch in Niedersachsen

Nachdem in Niedersachsen bereits 26 Masernerkrankungen nachgewiesen wurden, setzt die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) sich erneut für die Impfpflicht gegen Masern ein.

Masern

In Niedersachsen sind 2019 bis zum 11. März 26 Masernerkrankungen nachgewiesen worden. Das sind jetzt schon mehr als im gesamten Jahr 2018 in Niedersachsen gemeldet wurden. Der Schwerpunkt mit 18 Fällen ist verbunden mit einem Masernausbruch im Landkreis Hildesheim.

Schule prüft Masernimpfstatus ihrer Schüler und Lehrer

Die Hildesheimer Behörden griffen deshalb zu drastischen Maßnahmen und prüften in der betroffenen Schule vergangenen Freitag die Impfpässe aller Schüler und Lehrer. Wer keine Masern-Impfung nachweisen konnte wurde vom Unterricht bis zum 12. März 2019 ausgeschlossen und nach Hause geschickt. Können die Eltern bis zum 11. März 2019 bei der Hildesheimer Behörde die Impfung ihres Kindes nicht nachweisen, werden die Kinder bis zum 22. März vom Unterricht ausgeschlossen.

Masern - Gefahr einer tödlichen SSPE

Masernerkrankungen sind extrem ansteckend und potenziell tödlich, neben der akuten Erkrankung kann es zur gefürchteten SSPE (subakute sklerosierende Panenzephalitis) kommen. Die SSPE ist eine teilweise erst nach Jahren auftretende Gehirnentzündung, bei der es keine Behandlung gibt. Alle betroffenen Patienten sterben daran. Besonders gefährdet sind Kinder im ersten Lebensjahr, die noch zu jung für eine Masern-Mumps-Röteln-(MMR)-Impfung sind.

DGKJ fordert Impfpflicht

„Es ist mir nicht verständlich, warum trotz dieser Datenlage Eltern ihre Kinder nicht impfen lassen!“, so PD Dr. med. Burkhard Rodeck, Generalsekretär der DGKJ. Der Kinderarzt entkräftet eine Fehlinformation über das Impfen: „Eine aktuelle Studie aus Dänemark an 657.000 Kindern widerlegt erneut den in der Laienpresse oft geäußerten Verdacht der Entstehung von Autismus nach einer Masernimpfung“. Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) setzt sich nach wie vor für die Impfpflicht gegen Masern ein. Je besser die Durchimpfungsrate ist, desto sicherer ist das Leben gerade für die Kleinsten.

Autor: Ellen Reifferscheid (Apothekerin)

Stand: 11.03.2019

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