Mepolizumab-Therapie bei eosinophilem Asthma bestätigt

Aktuelle Daten zeigen, dass Mepolizumab auch in der Langzeitanwendung Exazerbationen bei Patienten mit schwerem eosinophilem Asthma nachhaltig reduziert und dabei ein konsistentes Sicherheitsprofil aufweist.

Mastzelle-Asthma-Allergien

Bei schwerem eosinophilem Asthma kommt es trotz hochdosierter Therapie mit inhalativen Glukokortikoiden (mit oder ohne orale Glukokortikoide) häufig zu Exazerbationen, die dazu führen können, dass der Patient stationär behandelt werden muss. Mepolizumab (Nucala®) ist ein humaner monoklonaler Antikörper gegen Interleukin-5 (IL-5), der gezielt die namensgebende eosinophile Entzündung der Atemwege hemmt und zu einer Reduktion Eosinophiler im Blut und im Sputum führt. Studien zeigen, dass Mepolizumab eine deutliche Reduktion der Exazerbationen bewirkt und wichtige Marker der Asthmakontrolle, wie FEV1 (Einsekundenkapazität), die Werte des St. George's Respiratory Questionnaire (SGRQ) und des Asthma Control Questionnaire (ACQ-5) deutlich verbessert [1,2].

Präsentation von Langzeitdaten

Bislang standen noch keine Daten zur Konsistenz der klinischen Wirksamkeit und des Sicherheitsprofils von Mepolizumab bei Langzeiteinsatz zur Verfügung. Auf der Konferenz der American Thoracic Society 2018 (ATS 2018) in San Diego wurden nun neue Daten aus der ersten Langzeitstudie COLUMBA zum Einsatz von Mepolizumab (Nucala®) bei Patienten mit schwerem refraktärem eosinophilem Asthma vorgestellt [3,4].

Design der COLUMBA-Studie

Die COLUMBA-Studie ist eine Open-Label-Studie zur Wirksamkeit und Sicherheit von Mepolizumab bei Patienten mit schwerem eosinophilem Asthma. Mit einem Beobachtungszeitraum von bis zu 4,5 Jahren (im Durchschnitt 3,5 Jahren) Behandlungsdauer ist COLUMBA die bisher längste Studie zur Anti-IL-5-Therapie bei schwerem eosinophilem Asthma.

Im Rahmen der Studie erhielten die teilnehmenden Patienten zusätzlich zu ihrer Standardtherapie alle vier Wochen 100mg Mepolizumab subkutan. Zur Überprüfung und Dokumentation der Wirksamkeit wurden relevante Daten der Teilnehmer zur Frequenz von Exazerbationen, ACQ-5 und FEV-1 alle 12-24 Wochen erhoben.

Zur Untersuchung des Sicherheitsprofils wurden Nebenwirkungen, unterteilt in Nebenwirkungen (AEs), ernste Nebenwirkungen (SAEs) und spezifische Nebenwirkungen (AEs of special interest), dokumentiert. Zu den spezifischen Nebenwirkungen zählten beispielsweise systemische Reaktionen, Reaktionen an der Injektionsstelle, opportunistische Infektionen und kardiale Störungen. Die Untersuchungen im Rahmen der Sicherheitsstudie beinhalteten zusätzlich EKG, Basis-Labor, Vitalzeichen und die Immunogenität von Mepolizumab.

Konsistenz auch in der Langzeitanwendung

Insgesamt nahmen 347 Patienten (Durchschnittsalter 52) an der COLUMBA-Studie teil. Mit Mepolizumab konnte eine Reduktion der Exazerbationsrate von durchschnittlich 61% (von 1,74 auf 0,68 Exazerbationen/Jahr während des Behandlungsverlaufs) und eine konsistente jährliche Exazerbationsrate während des gesamten Studienverlaufs (Jahr 1: 0.71, Jahr 2: 0.82, Jahr 3: 0.71) erreicht werden. Ein Drittel der Studienteilnehmer erlitten unter Mepolizumab gar keine Exazerbationen mehr.

Gleichzeitig verbesserte sich die Asthmakontrolle (ACQ 5: -0.47) ab Studienbeginn bis zur Erhebung in Woche 12 nachhaltig über den gesamten Studienzeitraum. Die Zahl der Eosinophilen im Blut sank um 78% und blieb über dem gesamten Studienzeitraum auf diesem Niveau. Die Lungenfunktion verbesserte sich zu Beginn der Mepolizumab-Therapie, nahm aber im Beobachtungszeitraum allmählich wieder bis zu den Ausgangswerten ab, was jedoch dem allgemeinen, progredienten Verlauf der Erkrankung entspricht.

Gleichzeitig wurden folgenden Nebenwirkungsraten dokumentiert. Bei 94% der Patienten wurden über den Beobachtungszeitraum Nebenwirkungen beobachtet. 23% zeigten ernste Nebenwirkungen. 2% der Patienten starben. 8% der Patienten wiesen Antikörper gegen Mepolizumab auf.

Fazit

Die COLUMBA-Ergebnisse zeigen, dass Mepolizumab auch im Langzeitgebrauch Exazerbationen effektiv reduzieren und das klinische Bild von schwerem eosinophilen Asthma nachhaltig verbessern kann. Die Sicherheits- und Immunogenitätsprofile in der Langzeitbeobachtung entsprachen damit im Wesentlichen den vorangegangenen Studien.

Sumita Khatri, Associate Professor of Medicine at Cleveland Clinic, Ohio und Leiter der COLUMBA-Studie ordnet die COLUMBA-Ergebnisse und ihre Bedeutung so ein: „Menschen mit schwerem eosinophilem Asthma, deren Asthma mit einer Inhalationstherapie nicht ausreichend kontrollierbar war, suchen immer nach einer Möglichkeit die Asthmakontrolle zu verbessern. Wir wissen, dass dies mit einer Biologika-Therapie erreicht werden könnte und sind begeistert zu sehen, dass die Langzeitwirksamkeit und das Langzeitsicherheitsprofil der Anti-IL-5-Therapie mit Mepolizumab so ausgewogen sind.”

Autor: Barbara Welsch (Medizinjournalistin)

Stand: 28.08.2018

Quelle:
  1. Ortega et al. (2014): Mepolizumab treatment in patients with severe eosinophilic asthma. New England Jorunal of Medicine 2014, DOI: 10.1056/NEJMoa1403290
     
  2. Pavord et al. (2012): Mepolizumab for severe eosinophilic asthma (DREAM): a multicentre, double-blind, placebo-controlled trial. The Lancet, DOI: 10.1016/S0140-6736(12)60988 -X
     
  3. Albers et al. (2018): Durability of Clinical Response Following Long-Term Treatment with Mepolizumab in Pa-tients with Severe Eosinophilic Asthma: The COLUMBA Study. American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine 2018;197:A1372 Abstract ATS2018
     
  4. Ortega et al. (2018): Long-Term Safety of Mepolizumab in Patients with Severe Eosinophilic Asthma: The COLUMBA Study. American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine 2018;197:A1367 Abstract ATS 2018

 

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