Röntgen Lunge

Daten einer aktuellen Studie von Wissenschaftlern des Versorgungsatlas zeigen eine starke Zunahme der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) in Deutschland. In der Studie wurden die bundesweiten vertragsärztlichen Abrechnungsdaten aus den Jahren 2009 – 2017 mit mehr als 40 Millionen GKV-Versicherten jährlich ab einem Alter von 40 Jahren analysiert.

Die Prävalenz der COPD ist laut der aktuellen Studie von 5,1% im Jahr 2009 auf 6,6% im Jahr 2016 gestiegen. Dies entspricht einer Zunahme von 25% in acht Jahren. 2017 blieb die Zahl im Vergleich zum Vorjahr weitestgehend unverändert. Mit 2,6 Millionen COPD-Patienten unter den gesetzlich Versicherten (2017) nimmt die Erkrankung einen bedeutenden Anteil in der ambulanten Versorgung ein.

Regionale Unterschiede bei COPD

Die Daten zeigen auch, dass starke regionale Unterschiede bestehen. Beispielsweise waren im Jahr 2017 in Berlin fast doppelt so viele Personen betroffen (8,4%) wie in Baden-Württemberg (4,6%). Insgesamt kam die Erkrankung im Süden Deutschlands weniger häufig vor. Im Süden Bayerns wurde die Lungenerkrankung bei gesetzlich krankenversicherten Personen eher selten festgestellt.

Weitere Häufungen der COPD bestehen außer in Berlin auch in Niedersachsen, Sachsen- Anhalt, Thüringen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Auch innerhalb der Bundesländer schwankt die Prävalenz. Die niedrigste Diagnoseprävalenz war im Kreis Reutlingen zu verzeichnen (3,1 %, Baden-Württemberg), die höchste im Kreis Osterode (10,6 %, Niedersachsen).

Geschlechts- und Altersunterschiede

Sowohl Frauen als auch Männer waren von der Zunahme der COPD betroffen. Insgesamt sind Männer aber häufiger betroffen. Das erhöhte Erkrankungsrisiko beim männlichen Geschlecht führen die Forscher unter anderem auf den häufigeren Umgang mit Schadstoffen im Beruf zurück. Außerdem rauchen Männer meist mehr als Frauen. Rauchen ist der wichtigste Risikofaktor zur Entwicklung einer COPD.

Vor allem ab dem 40. Lebensjahr nimmt die Bedeutung der Erkrankung mit steigendem Alter konstant zu. In der Altersgruppe von 40 – 44 Jahren wurde die Diagnose COPD im Jahr 2017 bei 1,3% der Studienteilnehmer gestellt, während in der Altersgruppe der 85- bis 89-Jährigen die Diagnose bereits bei 14% gestellt wurde.

Weiterer Anstieg von COPD prognostiziert

Aufgrund des demographischen Wandels gehen die Wissenschaftler davon aus, dass die Zahl der COPD-Patienten in den kommenden Jahren weiter ansteigen könnte.

Autor: Dr. Melanie Klingler

Stand: 22.08.2019

Quelle:
  1. Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland (Zi), Pressemitteilung, 15.08.2019
     
  2. Akmatov et al. (2019): Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) in der ambulanten Versorgung in Deutschland – Zeitliche Trends und kleinräumige Unterschiede. Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland (Zi), Versorgungsatlas-Bericht Nr. 19/06, DOI: 10.20364/VA-19.06