Borreliose (Lyme-Borreliose)

Borreliose ist eine von Zecken übertragene Infektionskrankheit, die auch bei Reisen in deutschen Landen droht. Anders als FSME ist Lyme-Borreliose nicht nur in Süddeutschland verbreitet.

Borreliose-Zecke

Prävalenz und Vorkommen

  • keine einheitlichen bundesweiten Meldedaten, Inzidenzen je nach Bundesland zwischen 35 und 260 Erkrankungen je 100.000 Einwohner (Österreich: 135), Schweiz (300)
  • Vorkommen in gemäßigten Klimazonen der Nordhalbkugel
  • regionale Schwerpunkte in Deutschland: Brandenburg, Sachsen, Bayern (insbesondere entlang der Grenze zu Polen und Tschechien).

Ursache und Übertragung

  • Infektion mit Borrelien
  • Übertragung durch Zeckenstich (umgangssprachlich Zeckenbiss), meist Gemeiner Holzbock
  • Zwischen 6 und 35 Prozent der Zecken in Risikogebieten infiziert, dabei deutliches Süd-Nord-Gefälle
  • Infektionen nach 1,5 bis 6 Prozent der Zeckenstiche (inkl. inapparenter Verläufe), manifeste Erkrankungen nach 0,3 bis 1,4 Prozent der Zeckenstiche.

Symptome in 3 Stadien

  • Stadium I (bis 16 Wochen nach Zeckenstich): Jucken, Brennen, lokale Lymphknotenschwellungen, grippeähnliche Symptome, Erythema migrans (bei 50 Prozent), Fieber, Konjunktivitis, Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen
  • Stadium II (1 bis 4 Monate nach Zeckenstich): akute Neuroborreliose mit
  • Neuralgie, Sensibilitätsstörungen und Paresen; selten Meningitis, Enzephalitis, Arrhythmie, Augenentzündungen
  • Stadium III (Monate bis Jahre nach Zeckenstich):
  • Lyme-Arthritis mit mono- oder oligoartikulärer Arthritis und Tenalgien
  • Akrodermatitis chronica atrophicans Herxheimer mit Hautatrophie und livider Verfärbung, Arthropathie und Polyneuropathie an den betroffenen Extremitätenbereichen
  • chronische Neuroborreliose mit Enzephalomyelitis, Para- und Tetraparesen.

Therapie

  • ggfs. Entfernung der Zecke bzw. von Zeckenteilen
  • ggfs. FSME-Impfung gegen Frühsommer-Meningoenzephalitis
  • schnelle Gabe von Antibiotika gegen Borreliose (generelle Frühantibiose nach jedem Zeckenstich jedoch nicht empfohlen)
  • bei Erythema migrans: Tetracycline wie Doxycyclin (bei Kindern und in der Schwangerschaft Amoxicillin oder Cefuroxim)
  • bei Neuroborreliose, Karditis und Arthritis: i.v. Cephalosporine der 3. Generation.

Prophylaxe

  • frühzeitiges Entfernen der Zecken
  • stichfeste (bissfeste) Kleidung bei Aufenthalten in Risikogebieten
  • Stichstellen mit PVP-Iod-Lösung desinfizieren
  • gezielte Borreliose-Impfung nicht verfügbar
  • vorbeugende Gabe von Antibiotika nicht zu empfehlen (Resistenzbildung)

Autor: Charly Kahle

Stand: 18.11.2016

Quelle:

Robert-Koch-Institut (RKI), Ständige Impfkommission (STIKO)

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