Diphtherie

Diphtherie kann lebensbedrohlich verlaufen – auch für Erwachsene. Diphtherie ist keine klassische Reisekrankheit, aber auf Reisen ist das Infektionsrisiko größer als im durchimpften Westeuropa.

Diphtherie

Prävalenz und Vorkommen

  • in Deutschland und Westeuropa nur Einzelfälle (Urlauber, Flüchtlinge)
  • Mortalität: 5 bis 10 Prozent bei Verlauf als toxische Diphtherie, bei 2 bis 3 Prozent aller Erkrankten (bei schlechter medizinischer Versorgung deutlich höhere Mortalität)
  • Erreger in Ländern der gemäßigten Klimazone weltweit verbreitet, Erkrankungen vor allem bei unzureichendem Herdenschutz (Impfquote Deutschland: 97 Prozent)
  • regionale Schwerpunkte: Russland und Nachbarstaaten.

Ursache und Übertragung

  • Infektion mit dem Bakterium Corynebacterium diphtheriae
  • Tröpfchen- oder Schmierinfektion, auch Inhalation von Staub
  • saisonale Häufung in der Erkältungszeit
  • Inkubationszeit: 2 bis 5 Tage.

Symptome: lokalisierte Diphtherie

  • in der Regel auf den Rachen-, Nasen- und Kehlkopfraum begrenzt
  • Fieber, Heiserkeit und Schluckbeschwerden, Schleimhautentzündungen, süßlich riechender, grauweißer, fellähnlicher Belag auf den Mandeln,  süß-penetranter Mundgeruch, Schleimhautgeschwüre nach Abstoßen des Diphtherie-Belages.
  • Komplikationen lokalisierter Diphtherie: Kehlkopfentzündungen mit pfeifenden Atemgeräuschen, Heiserkeit, Krupp-Husten; Schleimhautschwellungen Atemnot und Erstickungsgefahr.

Symptome: toxische Diphtherie

  • Herzmuskelentzündungen
  • Nierenfunktionsstörungen
  • Leberfunktionsstörungen
  • neuronal: Sehbehinderungen durch Lähmungen der Augenmuskeln, Sprechveränderungen durch Lähmungen im Bereich des weichen Gaumens,  Lähmungen der Nackenmuskulatur und der Arme
  • Komplikationen toxischer Diphtherie: plötzlicher Herztod, auch Wochen nach überstandener Infektion.

Therapie

  • Isolation
  • Diphtherie-Antitoxine, Antibiotika: meist Penicillin, symptomatisch: Analgetika und Antipyretika
  • Notfälle/Komplikationen: Luftröhrenschnitt, Unterstützung von Herz-, Leber- und und Nierenfunktion nach Bedarf

Prophylaxe/Impfung

Autor: Charly Kahle

Stand: 10.11.2016

Quelle:

Robert-Koch-Institut (RKI), Ständige Impfkommission (STIKO)

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