Polio (Kinderlähmung)

In Deutschland ist die Kinderlähmung längst ausgerottet. Weltweit ist Polio dank Schutzimpfungen auf dem Rückzug. Auch auf Reisen ist eine Ansteckung mit Polioviren inzwischen sehr unwahrscheinlich.

Polio

Prävalenz und Vorkommen

In Deutschland ist die Kinderlähmung längst ausgerottet. Weltweit ist Polio dank Schutzimpfungen auf dem Rückzug. Auch auf Reisen ist eine Ansteckung mit Polioviren inzwischen sehr unwahrscheinlich.

Prävalenz und Vorkommen

  • in Deutschland nur eingeschleppte Einzelfälle (1961: 4.600 Fälle)
  • weltweit nur 359 bekannte Fälle (2014); Rückgang seit 1988: 99,9 Prozent

Ursache und Übertragung

  • Infektion mit dem Poliovirus; 3 Untertypen: Typ I Virus Brunhilde (am stärksten lähmungsauslösend), Typ II Lansing-Typ (milde Verläufe), Typ III Leon (selten, schwere Verlaufsformen).
  • Übertragung: fäkal-orale Schmierinfektionen, auch Tröpfcheninfektionen
  • Inkubationszeit: 6 bis 9 Tage
  • stille Feiung bei 95 Prozent der Infizierten.

Symptome

  • abortiver Verlauf bei 95 Prozent der Fälle mit Antikörperbildung und lebenslanger Immunität, ansonsten bei 75 Prozent: Fieber, Halsschmerzen, Diarrhoe und Emesis.
  • nichtparalytisches Stadium (5 bis 10 Prozent): aseptische Meningitis ohne Paralysen
  • paralytisches Stadium (klassische Kinderlähmung, 1 Prozent): Tage bis 2 Wochen nach abklingender Meningitis Paralysen von Oberschenkelmuskulatur, thorakaler und interkostaler Muskulatur, Harnblase, Rektum, Diaphragma und Atemmuskulatur, selten Hirnnervenkernentzündungen, bei bulbärer Poliomyelitis sehr hohes Fieber, Schluckbeschwerden sowie letale Atem- und Kreislaufregulationsstörungen.
  • Spätschäden: Restlähmungen
  • Post-Polio-Syndrom: abnehmende Muskelkraft, schnelle Ermüdbarkeit und Schmerzen sowie Muskelschwund, Muskelzuckungen und Krämpfe, Hirnnervenlähmungen mit Sprechschwierigkeiten, Schluckbeeinträchtigen, Atemproblemen und Dyspnoe

Therapie

  • keine kausale Therapie verfügbar
  • symptomatische Behandlung nach individuellem Bedarf
  • Reha in spezialisierten Kliniken.

Prophylaxe/Impfung

Autor: Charly Kahle

Stand: 28.11.2016

Quelle:

Robert-Koch-Institut (RKI), Ständige Impfkommission (STIKO)

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