Lassa-Fieber

Lassa-Fieber gehört zu den hämorrhagischen Fiebern. Die Infektion wird durch Viren von rattenähnlichen Mäusen auf den Menschen übertragen. In 1 bis 2 Prozent der Fälle endet Lassa-Fieber tödlich.

Krankenschwester Patient

Prävalenz und Vorkommen

  • Deutschland: erster Fall 2016 (Bestatter eines erkrankten Krankenpflegers)
  • weltweit zwischen 100.000 und 300.000 Erkrankungen
  • regionale Schwerpunkte: Burkina Faso, Elfenbeinküste Gambia, Ghana, Guinea, Liberia, Mali, Nigeria Senegal und Sierra Leone
  • Ausbruch 2016 in Benin.

Ursache und Übertragung

  • Infektion mit dem Lassa-Virus
  • Übertragung durch Vielzitzenmäuse
  • mit Ausscheidungen kontaminierte Lebensmittel, Verzehr der Mäuse
  • weitere Infektionswege über Hautverletzungen, Schleimhäute und Atemwege
  • Blut von Erkrankten
  • Inkubationszeit: 6 bis 21 Tage (meistens 7 bis 10 Tage)
  • größte Infektionswahrscheinlichkeit bis zum 10. Krankheitstag.

Symptome

  • Beginn mit grippeähnlichen Beschwerden, Leistungsschwäche, Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Kopf-, Muskel- und Gliederschmerzen sowie Übelkeit
  • Kontinuafieber über 40 Grad Celsius
  • ab Tag 3 bis 7: Pharyngitis, schmerzhafte orale Ulzera, zervikale Lymphknotenschwellungen (selten ubiquitär), Exanthem, kolikartige Bauchschmerzen, durchfallartige Stuhlentleerungen, Asthenie/Fatigue,
  • bei leichtem Verlauf Fieberabfall nach 5 bis 7 Tagen und anschließende Genesung
  • schwere Verläufe: erneuter Fieberanstieg, Schwellungen der Augenlider, Einblutungen in Haut, Schleimhäute und Organe, Nervenausfälle mit Krampfanfällen und Bewusstseinsstörungen, Hypotonie, Bradykardie, Pleuraerguss, Perikarderguss. Letalität bis zu 90 Prozent.

Lassa-Fieber und Schwangerschaft

  • häufig schwerer chronischer Verlauf bei Schwangerschaft
  • Letalität: 50 Prozent
  • Hysterektomie verbessert Prognose erheblich
  • bei Übertragung der Lassa-Viren auf den Embryo: Abort.

Therapie

  • medikamentös mit dem Virostatikum Ribavirin (senkt Sterblichkeit von 80 auf 10 Prozent)
  • Einweisung in spezialisierte Kliniken mit entsprechenden Hochsicherheits-Isolierstationen.

Prophylaxe/Impfung

  • gegenwärtig keine Impfung verfügbar (November 2016)
  • Bekämpfung der Vielzitzenmaus
  • strikte Hygiene in Endemiegebieten
  • Kontakt zu Vielzitzenmäusen und deren Ausscheidungen meiden
  • kein Verzehr der Mäuse.

Autor: Charly Kahle

Stand: 28.11.2016

Quelle:

Robert-Koch-Institut (RKI), Ständige Impfkommission (STIKO)

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