Leishmaniose

Die Reisekrankheit Leishmaniose ist auch als Orientbeule, Aleppobeule oder Kala-Azar bekannt. In aller Regel verläuft diese Infektion mit Leishmanien – von auffälligen Hautgeschwüren abgesehen - harmlos.

Leishmaniose
<h3>Pr&auml;valenz und Vorkommen</h3><ul><li>Fallzahlen in Deutschland: vereinzelte importierte F&auml;lle</li><li>350 Millionen infizierte Menschen in den Endemiegebieten</li><li>etwa 2 Millionen neue Leishmaniose-Infektionen pro Jahr</li><li>Vorkommen: in allen warmen L&auml;ndern</li><li>regionale Schwerpunkte: S&uuml;d- und Mittelamerika, Asien, Kolumbien, S&uuml;deuropa (Mittelmeerraum) und Teile Ostafrikas.</li></ul><h3>Ursache und &Uuml;bertragung</h3><ul><li>Infektion mit unterschiedlichen einzelligen Parasiten der Gattung Leishmania (siehe Symptome)</li><li>&Uuml;bertragung durch den Stich von Sandm&uuml;cken</li><li>infizierte Stra&szlig;enhunde, Schwerpunkt: Spanien</li><li>verunreinigte Bluttransfusionen, Knochenmark- oder Organtransplantationen</li><li>diaplazentare &Uuml;bertragung auf Ungeborene</li><li>&Uuml;bertragung &uuml;ber Muttermilch gilt als unwahrscheinlich.</li></ul><h3>Symptome Haut-Leishmaniose (kutane Leishmaniose)</h3><ul><li>R&ouml;tung der Einstichstelle (Tage bis Jahre nach dem Stich), Bildung von schmerzlosen Ulzera mit erhabenem Randwall, Abheilung innerhalb von 9 bis 15 Monaten, pigmentierte Narbenbildung.</li></ul><h3>Symptome Schleimhaut-Leishmaniose (mukokutane Leishmaniose)</h3><ul><li>Verdickung der Schleimh&auml;ute im Bereich von Nase, Rachen, Mund und Lippen, verstopfte Nase, Epistaxis, Fremdk&ouml;rpergef&uuml;hl, Dysgeusie sowie Schmerzen im Oropharyngeal-Bereich, Zerst&ouml;rung des Nasenseptums, Dyspnoe durch Larynx&ouml;dem, ulzer&ouml;se Ver&auml;nderungen der Genitalschleimh&auml;ute, selten: Sepsis.</li></ul><h3>Symptome viszerale Leishmaniose (innere Leishmaniose)</h3><ul><li>nodul&auml;re Hautver&auml;nderungen und Ulzera, Organbefall, re- und intermittierendes Fieber, An&auml;mie, Diarrhoe, Abdominalschmerzen und Gewichtsverlust, Lymphknotenschwellung, Hepato(spleno)megalie, Pneumonie, Myositis, Arthritis, Neuritis, Nephritis, &Ouml;deme, H&auml;morrhagie mit Blutungen, fleckige, dunkle Hautpigmentierung, Exitus durch Nieren- und Herzkreislaufversagen, schwere bakterielle Infektionen oder Sepsis.</li></ul><h3>Therapie</h3><p>Kutane und mukokutane Leishmaniose</p><ul><li>gezielte Therapie nicht zwingend erforderlich</li><li>schwere Verl&auml;ufe: mehrere Behandlungszyklen mit 5-wertigen Antimonpr&auml;paraten wie N-Methylglucaminantimonat</li><li>zuweilen: Ambisome wie <a href="http://liposomales Amphotericin B">liposomales Amphotericin B</a></li><li>plastische Operationen notwendig, um die Geschw&uuml;re und Narben zu versorgen und Entstellungen entgegenzuwirken.</li></ul><p>Viszerale Leishmaniose</p><ul><li>therapeutische Interventionen nach Bedarf</li><li>Amphotericin B in Lipidform oder 5-wertige Antimonpr&auml;parate, alternativ Antiprotozoikum <a href="/wirkstoffe/pentamidin_22019">Pentamidin</a>, Antibiotikum <a href="/wirkstoffe/paromomycin_22016">Paromomycin</a></li><li>rekombinantes Interferon zur Unterst&uuml;tzung der Immunabwehr.</li></ul><h2>Prophylaxe/Impfung</h2><ul><li>bislang (November 2016) keine Schutzimpfung verf&uuml;gbar</li><li>konsequenter M&uuml;ckenschutz</li><li>keine Hunde ohne &auml;rztliche Untersuchung und Quarant&auml;ne aus s&uuml;dlichen L&auml;ndern importieren.</li></ul>

Autor: Charly Kahle

Stand: 15.12.2016

Quelle:

Robert-Koch-Institut (RKI), Ständige Impfkommission (STIKO)

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