Masern

Weltweit sterben pro Stunde 16 Kinder an der vermeintlich harmlosen Kinderkrankheit Masern. Die Masern-Impfung könnte die meisten dieser Kinder vor dem Tod bewahren. In Deutschland gefährden Masern vor allem Schwangere und ihre Kinder.

Prävalenz und Vorkommen

  • Vorkommen Deutschland: ausbruchsartig, zwischen Oktober 2014 und August 2015 allein 1.360 Erkrankungen in Berlin; 2015 insgesamt 2.465 Masernfälle
  • Mortalität: in Deutschland 1 Todesopfer beim jüngsten Masernausbruch in Berlin; weltweit: 150.000 Kinder pro Jahr (400 pro Tag)
  • Masern laut WHO eine der Hauptursachen für erhöhte Kindersterblichkeit
  • Verbreitung: weltweit, Masern eine der 10 häufigsten Infektionserkrankungen
  • regionale Schwerpunkte: Afrika und Asien.

Ursache und Übertragung

  • Infektion mit dem Masernvirus
  • Tröpfchen- sowie Hand-Mund-Schmierinfektionen über kontaminierte Gegenstände (Türklinken, Schalter, Klingeln etc.)
  • unzureichender Impfschutz: mindestens 73.000 Kinder der Jahrgänge 2009 bis 2012 nicht vollständig geimpft (2016)
  • Inkubationszeit: 14 Tage
  • Ansteckungsfähigkeit: 3 bis 5 Tage vor und nach Exanthem

Symptome

  • Tag 0 bis 5: grippe- oder erkältungsähnliche mit Fieber, Konjunktivitis, Husten und Schnupfen, Lichtempfindlichkeit bei Kindern, Koplik-Flecken
  • Tage 3 bis 7: Masern-Exanthem, Petechien, Fieber bis über 40 Grad Celsius
  • Tage 5 bis 9: Abklingen der Symptome und Ausheilung mit lebenslangem Immunitätserwerb.

Komplikationen

  • Bronchitis, Pneumonie, Otitis media und Diarrhoe
  • Masernenzephalitis (1 von 1.000): Bewusstseinsstörungen, Krämpfe, epileptische Anfälle und Lähmungen (Letalität: 30 Prozent)
  • subakute sklerosierende Panenzephalitis (SSPE) mit unvermeidbar tödlichem Verlauf.

Masern und Schwangerschaft

  • Risiko für Frühgeburten bei einer Maserninfektion der Mutter: plus 25 Prozent
  • erhöhtes Risiko für Totgeburten.

Therapie

  • keine kausale Therapie möglich
  • symptomatische Behandlung von leichten Verläufen mit Hausmitteln gegen Erkältung, Bettruhe und Schlaf
  • Antibiotika bei Superinfektionen
  • stationäre Aufnahme bei Verdacht auf schwere Komplikationen
  • Notarzt bei Ohnmacht, Bewusstseinsstörungen, Krämpfen, epileptischen Anfällen oder Lähmungen.

Prophylaxe/Impfung

  • Impfempfehlungen, Impfschema und Impfstoffe: siehe Impfung gegen Masern
  • Kontakt zu Erkrankten nach Möglichkeit meiden
  • bei Erkrankungen Gemeinschaftseinrichtungen meiden
  • Kinder nicht auf Masern-Partys schicken (Lebensgefahr).

Autor: Charly Kahle

Stand: 28.11.2016

Quelle:

Robert-Koch-Institut (RKI), Ständige Impfkommission (STIKO)