Röteln

Prävalenz und Vorkommen

  • Deutschland: 90 Prozent der Röteln-Infektionen im Kindesalter; abnehmende Impfquote (89 Prozent mit vollständiger Immunisierung)
  • Mortalität: in Deutschland Einzelfälle wegen Rötelnembryopathie
  • Vorkommen: weltweit, jahreszeitliche Häufung im Frühjahr
  • Finnland, Schweden und die USA gelten als Röteln-frei.

Ursache und Übertragung

  • Infektionen mit dem Rubellavirus (Rötelnvirus)
  • Tröpfchen- und Schmierinfektionen über die Mundschleimhaut
  • Infektiosität besteht noch 4 bis 5 Tagen nach Ende des Röteln-Exanthems
  • Inkubationszeit: 14 bis 21 Tage.

Symptome

  • leichter Verlauf: abortiver Verlauf, ansonsten: erkältungsähnlich mit Müdigkeit, Husten, Schnupfen oder Kopfschmerzen, Konjunktivitis (Dauer: 7 Tage)
  • klassischer Verlauf: Andauern der erkältungsähnlichen Symptome, außerdem tastbare und mitunter juckender oder schmerzende geschwollene Lymphknoten an Hals, Nacken oder in Nähe der Ohren, nach 2 bis 3 Tagen kleine rötlich-braune Hautflecken, beginnend im Gesicht, dann Ausbreitung auf den ganzen Körper, kaum Pruritus, Exanthem vergeht nach 2 bis 3 Tagen.
  • selten: leichtes Fieber, Schwellung der Milz und Gelenkschmerzen.

Komplikationen

  • leichte Komplikationen: Arthritis, Bronchitis, Otitis media
  • schwere Komplikationen: Enzephalitis, Myokarditis, Perikarditis, sinkender  Thrombozytenspiegel mit Einblutungen in Haut, Gewebe und Organe.

Röteln und Schwangerschaft

  • 50 Prozent Missbildungsrate bei Infektion in den ersten 7 Wochen
  • vor allem Herzfehler, Fehlbildungen von Gehirn, Augen und Hörsinn
  • Rötelnembryopathie (Gregg-Syndrom) mit Mikrozephalie, Enzephalitis sowie Fehlbildungen des Gehöres (oft verbunden mit angeborener Taubheit) und der Augen (erhebliche Sehleistungseinschränkungen bis Blindheit).

Therapie

  • keine kausale Therapie verfügbar
  • symptomatische Behandlung mit Analgetika, nicht-steroidalen Antirheumatika und/oder Hausmitteln nach Bedarf
  • stationäre Aufnahme bei Komplikationen.

Prophylaxe/Impfung

Autor: Charly Kahle

Stand: 02.12.2016

Quelle:

Robert-Koch-Institut (RKI), Ständige Impfkommission (STIKO)