Typhus

Prävalenz und Vorkommen

  • Deutschland: jährlich ca. 50 eingeschleppte Einzelfälle, 0,1 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner
  • weltweit ca. 30 Millionen Erkrankungen jährlich (WHO)
  • Mortalität: ca. 200.000 Todesopfer durch Diarrhöe, Meningitis und Pneumonie
  • regionale Schwerpunkte: subindischer Kontinent, insbesondere Indien und Pakistan.

Ursache und Übertragung

  • Infektionen mit Bakterium Salmonella typhi, nicht verwechseln mit Salmonella enteritidis oder Salmonella typhimurium (Salmonellen-Gastroenteritis)
  • Ausbreitung einer resistenten Variante (Salmonella Typhi H58)
  • Erreger gelangt mit menschlichem Stuhl in die Umwelt
  • Übertragung durch infiziertes Wasser und Lebensmittel sowie Kontakt mit Erkrankten und Dauerausscheidern
  • Inkubationszeit: meist 7 bis 14 Tage, möglich: 3 bis 60 Tage.

Symptome von Typhus

  • Verlauf als Bauchtyphus (Typhus abdominalis) oder Paratyphus (deutlich milderer Verlauf); Kinder unter 1 Jahr mit besonders hohem Risiko für schwere Verläufe; klassischer Krankheitsverlauf in 3 Stadien
  • Stadium incrementi: Abgeschlagenheit, Kopf- und Gliederschmerzen, Halsschmerzen, Husten, Obstipation, Inappentenz, treppenförmiger Anstieg der Körpertemperatur mit Kontinua bis 41 Grad Celsius
  • Stadium acmes: Fieber um 40°C, kein erhöhter Puls, Bewusstseinstrübungen, Splenomegalie, Roseolen, Typhuszunge (grau-weiß belegt, Ränder und Zungenspitze belagfrei und gerötet), gelbliche, dünnflüssige und erbsenbreiähnliche Durchfälle.
  • Stadium decrementi: stufenweiser Fieberabfall, Abnahme der Beschwerden
  • Komplikationen: Meningitis, Pneumonie und Knocheneiterungen, Darmblutungen, Darmperforation, Myokarditis, Leberabszesse, Gallenblasenabszesse
  • Dauerausscheider: 3 bis 5 Prozent, Überwachung durch das Gesundheitsamt.

Therapie

  • medikamentöse Therapie: Antibiose, vorzugsweise Chinoline wie Ciprofloxacin und Ofloxacin, auch Cephalosporine wie Ceftriaxon
  • symptomatische Behandlung nach individuellem Bedarf.

Prophylaxe/Impfung

  • Impfempfehlungen, Impfschema und Impfstoffe: Impfung gegen Typhus
  • größtmögliche Hygiene, insbesondere in Endemiegebieten
  • abgekochtes Wasser oder Mineralwasser aus versiegelten Flaschen (auch beim Zähneputzen)
  • nicht in Garküchen oder auf lokalen Märkten essen
  • Cook it, peal or wash it: Lebensmittel vor dem Verzehr immer kochen, schälen oder waschen.

Autor: Charly Kahle

Stand: 02.12.2016

Quelle:

Robert-Koch-Institut (RKI), Ständige Impfkommission (STIKO)