Rote-Hand-Brief

Der Zulassungsinhaber Janssen-Cilag International N.V., vertreten durch die Janssen-Cilag GmbH, informiert in Absprache mit der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) und dem Paul-Ehrlich-Institut (PEI) über das Risiko der Reaktivierung von Hepatitis B bei Patienten, die mit Darzalex (Daratumumab) behandelt werden.

Hinweise für behandelnde Ärzte

Es sind Fälle aufgetreten, in denen es nach der Therapie mit Darzalex zur Reaktivierung des Hepatitis B-Virus gekommen ist. In einigen Fällen war der Verlauf tödlich. Aus diesem Grund sind folgende Hinweise des Zulassungsinhabers zu beachten:

  • Vor Einleitung einer Therapie mit Darzalex, sollte der HBV (Hepatitis-B-Virus)-Status bestimmt werden. Patienten, die bereits mit Darzalex behandelt werden, deren HBV-Status aber nicht bekannt ist, sollten ebenfalls getestet werden.
  • Patienten mit einer positiven HBV-Serologie unter Therapie mit Darzalex sollten während der Therapie und für mindestens sechs Monate über das Ende der Therapie hinaus überwacht werden. Diese Überwachung umfasst die Kontrolle klinischer Anzeichen und Laborwerte, die auf eine HBV-Reaktivierung hindeuten. Falls es klinisch indiziert ist, sollen Experten für die Therapie von HBV-Infektionen hinzugezogen werden.
  • Kommt es bei seropositiven Patienten unter der Therapie mit Darzalex zu einer HBV-Reaktivierung, so soll die Behandlung unterbrochen werden und ein Experte für HBV-Infektionen konsultiert werden.
  • Ist eine HBV-Reaktivierung angemessen kontrolliert, so kann die Wiederaufnahme der Darzalex-Therapie in Rücksprache mit Ärzten, die in der Therapie von Hepatitis B erfahren sind, erwogen werden.

Hintergrund

Die Auswertung von Daten aus klinischen Studien sowie Spontanmeldungen enthielten Berichte über die Reaktivierung von HBV bei Patienten, die mit Darzalex therapiert wurden. Sechs dieser Fälle wurden im Rahmen von klinischen Studien beobachtet. Die Mehrzahl dieser Fälle wurde als nicht schwerwiegend eingestuft. Es kam jedoch auch zu Fällen mit tödlichem Ausgang. In manchen Fällen wurde die Therapie mit Darzalex wieder aufgenommen, sobald die HBV-Reaktivierung mit einer antiviralen Therapie unter Kontrolle war. Die Mehrzahl der Fälle mit HBV-Reaktivierung wurde in den ersten sechs Behandlungsmonaten beobachtet.

Risikofaktoren für eine Virus-Reaktivierung

Bei Patienten, die unter Darzalex-Therapie eine Virus-Reaktivierung zeigten, wurden folgende Risikofaktoren beobachtet:

  • Frühere autologe Stammzelltransplantation (ASCT)
  • Gleichzeitige und/oder frühere immunsuppressive Therapien
  • Patienten, die in Regionen mit hoher HBV-Prävalenz leben oder aus diesen eingewandert sind.

Aktualisierung der Produktinformation

Laut Zulassungsinhaber ist die Rolle von Darzalex in den berichteten Fällen einer HBV-Reaktivierung aufgrund der Grunderkrankung unklar. Bei Patienten mit multiplem Myelom liegt beispielsweise eine Immunsuppression vor. In einigen der aufgetretenen Fälle hatten die Patienten zeitgleich andere Arzneimittel erhalten, die mit einer Virus-Reaktivierung in Verbindung gebracht werden. Ein Zusammenhang zur Darzalex-Therapie kann aber nicht ausgeschlossen werden, weshalb die Produktinformationen aktualisiert werden.

PDFRote-Hand-Brief Darzalex

Autor: Dr. Melanie Klingler

Stand: 17.06.2019

Quelle:

Janssen-Cilag GmbH, Paul-Ehrlich-Institut (PEI)